Studie: Späte Menopause kann Lebenserwartung erhöhen

11. August 2016, 05:30
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US-Forscher fanden heraus, dass Frauen, bei denen Menstruation und Menopause später einsetzen, größere Chancen haben, 90 Jahre alt zu werden

Ein möglichst langes Leben wünschen sich viele Menschen. Faktoren, die man selbst beeinflussen kann, sind allseits bekannt: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Nikotinabstinenz, moderater Genuss von Alkohol – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Neu ist, dass sich der Zeitpunkt der ersten Regel und der Menopause auch auf das Lebensalter von Frauen auswirken dürfte.

Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie der San Diego School of Medicine der Universität Kalifornien, für die Daten von mehr als 16.000 Frauen analysiert wurden. Demnach steigern folgende drei Faktoren die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau das magische Alter von 90 Jahren erreicht: eine spät einsetzende Menstruation, eine spät beginnende Menopause und mindestens 40 fruchtbare Lebensjahre.

Späte Menstruation korreliert mit besserer Gesundheit

Was die Wissenschafter konkret herausfanden: Frauen, die mit zwölf Jahren oder später ihre erste Regel bekamen, erreichten wahrscheinlicher das Alter von 90 Jahren als Frauen mit früh einsetzender Menstruation. "Wir haben herausgefunden, dass Frauen mit spät einsetzender Menstruation seltener Gesundheitsprobleme wie beispielsweise eine koronare Herzkrankheit haben", kommentiert Aladdin Shadyab von der San Diego School of Medicine den möglichen Zusammenhang.

Ein weiteres Detail: Frauen, die erst mit 50 Jahren oder später in die Menopause kamen, wurden eher 90 Jahre alt als Frauen mit früh beginnenden Wechseljahren. Die Wahrscheinlichkeit lag um 20 Prozent höher. Die Datenanalyse hat gezeigt, dass Frauen mit später einsetzender Menopause eher in einem hervorragenden Gesundheitszustand und seltener Raucherinnen oder Diabetikerinnen waren als andere Frauen.

Der Zusammenhang dürfte aber wohl eher in die umgekehrte Richtung wirksam sein, denn "das Rauchen kann das Herzkreislaufsystem und die Eierstöcke schädigen, was zu einem früheren Eintritt der Menopause führen kann," so Shadyab.

Fruchtbare Jahre und Lebensdauer

Auf eine mögliche Verbindung zwischen längerer fruchtbarer Lebenszeit und gesteigerter Lebensdauer lassen folgende Zahlen schließen: Frauen, die mehr als 40 Jahre lang die Regel hatten, erreichten um 13 Prozent wahrscheinlicher das Alter von 90 Jahren als Frauen, bei denen das nicht der Fall war.

Den Wissenschaftern zufolge braucht es nun weitere Studien darüber, wie Lebensstil, genetische Veranlagung und Umweltfaktoren die Verbindung zwischen reproduktiver Lebenszeit und Langlebigkeit erklären könnten.

Gesunder Lebensstil kann Menopause verzögern

Wann genau die erste Regel eintritt, lässt sich naturgemäß nicht beeinflussen. Faktoren wie Extremsport oder Untergewicht spielen aber eine Rolle. Bei der Menopause ist die Sache etwas anders gelagert: Wer sich ausgewogen ernährt und überdurchschnittlich gesund ist, kann den Beginn der Wechseljahre möglicherweise hinauszögern. Faktoren wie bestimmte Erkrankungen, starkes Rauchen, extremes Untergewicht oder die operative Entfernung der Gebärmutter führen hingegen zu einem früheren Beginn der Wechseljahre.

Start der Menopause über Bluttest voraussagen

Normalerweise kommen Frauen im Alter von etwa 50 Jahren in die Wechseljahre, manche erleben sie aber auch schon in ihren Dreißigern. Frauen mit Kinderwunsch können deshalb seit einigen Jahren mittels Bluttests ermitteln lassen, wann die Menopause voraussichtlich eintreten wird. Dabei wird das Anti-Müller-Hormon gemessen, das für die Entwicklung der Eizellen verantwortlich ist. (maka, 11.8.2016)

  • Queen Elisabeth II. vollendete am 21. April 2016 ihr 90 Lebensjahr. Was als gesichert gilt: Sie ist Nichtraucherin. Über den Eintritt der Menopause ist nichts bekannt.
    foto: apa/afp/jon super

    Queen Elisabeth II. vollendete am 21. April 2016 ihr 90 Lebensjahr. Was als gesichert gilt: Sie ist Nichtraucherin. Über den Eintritt der Menopause ist nichts bekannt.

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