Niederländer wartete auf chinesischem Flughafen zehn Tage auf Internetfreundin

3. August 2016, 08:48
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41-Jähriger aus Amsterdam musste schließlich ins Krankenhaus – Online-Bekanntschaft dachte bei Date an einen Witz

Changsha/Amsterdam/Wien – Der Niederländer Alexander Pieter Cirk glaubte an die große Liebe – und landete schließlich in einem chinesischen Krankenhaus. Angefangen hatte es damit, dass sich der 41-Jährige auf einer Internetsinglebörse Hals über Kopf in eine 26-jährige Chinesin verliebte, von der der Öffentlichkeit bislang nur der Nachname Zhang bekannt ist. Nach etwa zwei Monaten täglichen Onlinekontakts entschied Cirk, seine Angebetete persönlich kennenzulernen, und buchte ein Flugticket von Amsterdam ins etwa 8.700 Kilometer entfernte Changsha, die Hauptstadt der chinesischen Provinz Hunan.

Cirk gab seiner Internetbekanntschaft über seine Reisepläne Bescheid und sendete ihr auch ein Foto seines Flugtickets. Als er schließlich in Changsha ankam, war von Zhang aber weit und breit nichts zu sehen. Der Niederländer blieb am Flughafen, um seine Freundin nicht zu verpassen, falls sie doch noch auftauchen sollte. Er glaubte lediglich an eine Verspätung.

Ganze zehn Tage wartete Cirk im Endeffekt. Den Sicherheitskräften des Flughafens fiel er schließlich auf, weil sich sein gesundheitlicher Zustand rapide verschlechterte. Chinesischen Medienberichten zufolge soll er kaum gegessen und nur ab und zu Instantnudeln zu sich genommen haben. Schließlich brachte das Airportpersonal den hartnäckig Verliebten in ein Krankenhaus. Dies alles führte dazu, dass sich die Reise des Alexander Pieter Cirk in chinesischen Medien und sozialen Netzwerken rasant verbreitete. Der Hashtag auf Weibo, dem chinesischen Pendant zu Twitter, lautete übersetzt: "Ausländer reist nach Changsha, um Internetfreundin zu treffen."

Bei einer Schönheitsoperation statt beim Date

Viele stellten sich die Frage, wo Zhang nun geblieben war – oder ob es sie überhaupt gebe. Der chinesische Fernsehsender Hunan TV konnte sie letztendlich ausfindig machen. Sie erklärte, sie habe das alles für einen Scherz gehalten, als sie das Foto des Flugtickets sah. Außerdem befand sie sich zu dem Zeitpunkt gar nicht in Changsha, sondern im rund 900 Kilometer entfernten Zhengzhou, um sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen. In dieser Zeit, so Zhang, habe sie ihr Handy ausgeschaltet, weil ihr Gesicht verbunden war und sie kaum etwas sehen konnte. Deshalb habe sie auch die zahlreichen Mitteilungen nicht gesehen, die Cirk ihr geschickt habe.

Mittlerweile ist der Niederländer wieder in die Heimat zurückgekehrt. Beide Seiten bestätigen, dass sie ein stundenlanges klärendes Telefonat geführt hätten. Bald, so heißt es, soll ein neuer Versuch für ein Treffen gestartet werden. (red, 3.8.2016)

  • Zehn Tage an einem chinesischen Flughafen können eine ziemlich harte Angelegenheit sein.
    foto: ap/mark schiefelbein

    Zehn Tage an einem chinesischen Flughafen können eine ziemlich harte Angelegenheit sein.

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