Bayern verklagt VW: Weiß-blaue Interessen

Kommentar2. August 2016, 17:50
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Jetzt geht es bei den Schadenersatzklagen um Partikularinteressen

Es ist noch nicht so lange her, da sah so mancher mit VW-Dieselgate das Ende der ökonomischen Stärke Deutschlands gekommen und die Marke "Made in Germany" generell auf dem Boden liegen, weil ja alles Vertrauen in das Traditionsunternehmen Volkswagen perdu war.

Doch die Autowelt drehte sich weiter, in Wolfsburg werden nach wie vor Dieselfahrzeuge produziert. Nachdem der Schock verdaut war, geht es längst bei den Schadenersatzklagen um Partikularinteressen, da möchte Bayern vorn dabei sein und klagt als erstes deutsches Bundesland VW.

Schließlich gehört es sozusagen zur politischen DNA des CSU-regierten Freistaates, sich weniger für deutschlandweite, sondern mehr für weiß-blaue Interessen einzusetzen – in diesem Fall für den Pensionsfonds für Landesbedienstete, der durch den VW-Kursrutsch Verluste erlitt.

Dies ist natürlich das gute Recht der Bayern, aber ein wenig seltsam mutet das Ganze doch an. Denn nicht nur der Freistaat hat einen Schaden erlitten, auch unzählige Konsumenten, die einen Dieselwagen gekauft haben. Sie alle hätten auch gerne eine Entschädigung, aber werden längst nicht so üppig abgefunden wie Kunden in den USA.

Man könnte sich also gleichzeitig auch für eine Stärkung der Verbraucherrechte in Deutschland starkmachen, immerhin hat die CSU ja auch drei Minister in der Bundesregierung sitzen. Einer davon, Alexander Dobrindt, ist übrigens sogar Verkehrsminister. Aber man hört nicht viel. (Birgit Baumann, 2.8.2016)

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