Meningitis-Tote in Wien: Vorsorglich hunderte Untersuchungen

2. August 2016, 14:32
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Eine junge Römerin, die an Weltjugendtag teilgenommen hatte, starb in Wien: Ärzte rufen hunderte italienische Teilnehmer zum Vorsorgecheck auf

Wien/Krakau/Rom – Eine junge Römerin, die am 31. Weltjugendtag in Krakau teilgenommen hatte, ist an Meningitis erkrankt und am Montag in einem Krankenhaus in Wien gestorben. Die verstorbene 19-Jährige gehörte laut italienischen Presseberichten einer 20-köpfigen Pilgergruppe aus einer Pfarre im südlichen Rom an, die sich auf dem Rückweg von dem katholischen Jugendtreffen in Polen befand.

Wie die italienische Bischofskonferenz CEI berichtete, wurden für die Mitglieder der Gruppe, die mit der Verstorbenen in Krakau unterwegs waren, prophylaktische Maßnahmen ergriffen. Die Schwester der jungen Römerin, die auch in Krakau war, sei wohlauf. Die Eltern der Verstorbenen reisten nach Wien und erhielten dort Unterstützung vom italienischen Konsulat. Das Konsulat gab auf APA-Anfrage nicht bekannt, in welchem Wiener Krankenhaus die Frau gestorben sei.

Ärzte riefen zur Vorsorgeuntersuchung auf

In Krakau hatte die junge Frau in der "Casa Italia", dem Hauptquartier der italienischen Weltjugendtagspilger, übernachtet. Die Wiener Ärzte und die CEI appellieren daher an all jene Teilnehmer des Jugendtreffens, die ebenfalls die Casa Italia besucht haben, sich einer Meningitisvorsorge zu unterziehen. Grundsätzlich sollten zudem Teilnehmer des Weltjugendtages, die an Symptomen wie hohem Fieber, Hals- und Kopfschmerzen sowie Sehproblemen leiden, sofort ein Krankenhaus aufsuchen, riet die Italienische Bischofskonferenz.

Sorge vor weiteren Fällen wächst

In Italien wächst inzwischen die Sorge vor weiteren möglichen Fällen. Eine Italienerin, die gemeinsam mit der Verstorbenen am Weltjugendtag in Krakau teilgenommen hatte, fühlte sich bei der Heimreise am Montagabend unwohl und wurde in ein Krankenhaus in Udine gebracht. Es wurden jedoch keine Krankheitssymptome festgestellt. 480 junge italienische Pilger auf der Heimreise von Krakau meldeten sich in Krankenhäusern in der Region Venetien, um sich kontrollieren zu lassen. Dabei wurde kein Verdachtsfall festgestellt, teilten die Gesundheitsbehörden der Region mit.

Nicht nur Pilger, sondern einfache Bürger hätten inzwischen aus Angst vor Meningitis die Krankenhäuser der Region aufgesucht, berichteten die Gesundheitsbehörden. Die Befürchtungen der Italiener wachsen. Erst vergangene Woche war eine junge Mailänderin an Meningitis gestorben. (APA, 2.8.2016)

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