Neues Gehege: Auf Augenhöhe mit den Giraffen

Ansichtssache2. August 2016, 14:29
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Das neue Gehege wird im Frühjahr 2017 eröffnet und ist dreimal so groß wie das alte

Wien – Ab Frühjahr 2017 wird der Giraffenpark eröffnet, der den drei Giraffen des Tiergartens Schönbrunn dreimal so viel Platz bietet. Am Dienstag zeigten Direktorin Dagmar Schratter, Architekt Peter Hartmann und Tiertrainerin Eveline Dungl bei einer Medienführung auf der Baustelle die Neuerungen.

Der Ausbau kostet sieben Millionen Euro. Dafür gibt es ein neues Gehege, das nicht nur auf die Bedürfnisse der scheuen Säugetiere abgestimmt ist, sondern auch Denkmal- und Umweltschutz berücksichtigt. Das Herzstück ist der lichtdurchflutete Wintergarten. In der kalten Jahreszeit verbringen die wärmeliebenden Tiere mehr Zeit drinnen, daher war ein zentrales Anliegen des Umbaus vor allem eine Vergrößerung des überdachten Platz. Die Glastüren und das Glasdach lassen sich öffnen.

Auch die Menschen profitieren vom neuen Gehege. Im Wintergarten wird es in rund fünf Metern Höhe eine Galerie geben. "Die Besucher können die Giraffen in Augenhöhe erleben", sagt Architekt Hartmann. Das obere Stockwerk ist barrierefrei über einen Lift erreichbar, betonte Schratter.

Das Außengelände wird von 930 auf 1.770 Quadratmeter vergrößert. Es wird eine Wasserstelle, eine Wiese, einen harten Boden, an dem sich die Giraffen die Hufe abnutzen können, künstliche Kratzmöglichkeiten und einen Platz zum Sandbaden geben.

Photovoltaik und Schotterspeicher

Das Gelände ist zwar noch Baustelle, doch dem neuen Giraffenpark wurde bereits im März der Umweltpreis verliehen. "Wir sind zwar der barocken Bausubstanz verpflichtet, wollten aber zeigen, dass trotzdem innovative Maßnahmen möglich sind", sagt Schratter. Neu ist, dass sich unter dem Gehege ein 60 Kubikmeter großer Schotterspeicher befindet. Tagsüber wird die warme Luft abgepumpt, um mit dieser die Steine zu erwärmen. "In der Nacht drehen wir das Spiel um", sagt Hermann Fast, Leiter der Abteilung Technik und Projektentwicklung.

Zusätzlich wurden auf dem Glasdach des Wintergartens Solarpaneele montiert. Dadurch wird nicht nur Energie erzeugt, sondern auch das Blätterdach einer Schirmakazie simuliert. Berechnungen hätten ergeben, so Fast, dass durch die Maßnahmen der Stromverbrauch der Anlage gedeckt werden könne.

Neue Gesundheitsstation

Der Giraffe Carla, ihrer Tochter Rita und dem Bullen Kimbar wird eine neue Gesundheitsstation zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um eine Metallbox, die innen gepolstert ist und für die Untersuchungen an unterschiedlichen Stellen geöffnet werden kann. Das soll eine sichere Untersuchung verschiedener Körperstellen für Mensch und Tier garantieren. Die Station befindet sich im historischen Gebäude, das ab sofort nur noch den Giraffen zur Verfügung stehen wird und ihnen einen Rückzugsort bietet.

"Die Giraffen haben die Wahl, ob sie die Gesundheitschecks einüben wollen. Das ist gleichzeitig auch eine Beschäftigungsmöglichkeit für sie. Als Belohnung gibt es Leckerlis", sagt Tiertrainerin Dungl.

Erste Giraffe 1828

Schon vor fast 200 Jahren kam die erste Giraffe nach Wien. 1828 schenkte der Vizekönig von Ägypten dem österreichischen Kaiser Franz I. das Tier. Nun wurde die Behausung zum ersten Mal radikal verändert und vergrößert. (july, 2.8.2016)

foto: tiergarten schönbrunn/norbert potensky
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foto: tiergarten schönbrunn/daniel zupanc
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