Matthias Strolz im ORF-"Sommergespräch": Ruhiger König der Minikins

2. August 2016, 13:05
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Schnabl nannte sie Puppen, Strolz behauptete, es seien 3-D-Drucke von Leuten aus der rosa Bürgerbewegung. Wir ließen uns nicht täuschen: Es waren die Minikins!

Vielleicht war es eine Tasse Melissentee, vielleicht vergaß auch ein Akupunkteur eine Nadel im Zentrum der Gelassenheit von Matthias Strolz, oder vielleicht hat er einfach lange und fest einen ganz tief verwurzelten Baum umarmt. Jedenfalls wirkte Strolz am Montagabend beim "Sommergespräch" mit Susanne Schnabl auf ORF 2 geradezu in sich ruhend. Entschleunigt, wie man heutzutage gerne sagt.

Gleich zu Beginn fragte die gewohnt souveräne Schnabl, ob Strolz ob des Terrors in der Welt auch einmal ratlos sei. Ja, sagte er und schwieg für zwei Sekunden – in der Strolz’schen Zeitrechnung eine kleine Ewigkeit. Er blieb auch bei der Frage, wie man mit der Türkei umgehen sollte, unbeirrbar: keine EU-Beitrittsgespräche, solange Bürgerrechte mit Füßen getreten werden. Doch wer Angst hatte, das würde ein durchgehend ernsthaftes, vernünftiges, ja fades Gespräch, konnte bald aufatmen. Schnabl sprach den Neos-Chef auf den Aktionismus an, mit dem die Neos (sicher nicht als erste Fraktion) im Parlament versuchen, als Minipartei Aufmerksamkeit zu erringen. Da zauberte Strolz drei kleine Freunde hervor.

Schnabl nannte sie Puppen, Strolz behauptete, es seien 3-D-Drucke von Leuten aus der rosa Bürgerbewegung. Wir ließen uns nicht täuschen: Es waren die Minikins! Die kleinen TV-Helden der 1980er Jahre. Auf der Insel Bilbo beheimatet, kamen sie ins Land der Riesen und kämpften um ihre Rechte. Die drei standen starr auf dem Tisch. Starr vielleicht auch wegen der kruden Theorien von Strolz zur De-facto-Abschaffung des Mietrechts. "Mietwohnungen eignen sich nicht zum Klassenkampf", so Strolz tiefenentspannt. Da täuscht sich der König der Minikins. (Colette M. Schmidt, 2.8.2016)

  • Moderatorin Susanne Schnabl, drei Minikins und Neos-Chef Matthias Strolz.
    foto: screenshot orf

    Moderatorin Susanne Schnabl, drei Minikins und Neos-Chef Matthias Strolz.

  • Strolz brachte drei 3-D-Drucke aus Graz mit.
    foto: screenshot orf

    Strolz brachte drei 3-D-Drucke aus Graz mit.

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