Bornemann: "ORF-Information keine Baustelle"

2. August 2016, 12:23
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Für die von Wrabetz angedachter ORFeins-News-Sendung und der von Grasl geplanten Verlängerung der "ZiB 1" brauche es auch entsprechende Ressourcen

Wien – Kritik an den Bewerbungen von ORF-Chef Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl kommt von ORF-Redakteurssprecher Dieter Bornemann. "Die ORF-Information ist sicher keine Baustelle – im Gegenteil. Es ist allerdings nicht sehr hilfreich, wenn die Bewerber das in ihrem Konzept so darstellen. Die Zuschauer haben hohes Vertrauen in die Informationssendungen des ORF, das bestätigen auch die steigenden Quoten", sagte Bornemann gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".

Der von Wrabetz angedachten ORFeins-News-Sendung "@1" und der von Grasl geplanten Verlängerung der "ZiB 1" stünden die Redaktionen prinzipiell positiv gegenüber, es brauche aber auch entsprechende Ressourcen. "Gegen mehr Nachrichten haben die Redaktionen nichts: Die Frage ist nur, wie das personell zu stemmen ist. Vor zehn Jahren hat es pro Tag zehn Nachrichten-Sendungen des aktuellen Dienstes im Fernsehen gegeben. Heute sind es 24 Sendungen – die Information ist von 80 Minuten pro Tag auf 4 Stunden und 45 Minuten angestiegen. Gleichzeitig haben wir extreme Sparauflagen bekommen. Ohne zusätzliches Personal wird nicht viel mehr an Sendungen produziert werden können", so Bornemann.

Für den von Grasl ins Spiel gebrachten 24-Stunden-ZiB-Kanal brauche es auch Änderungen im ORF-Gesetz. Bornemann räumte in der "Tiroler Tageszeitung" dazu generelle Bedenken ein. "ZDF und ARD haben bis jetzt keinen Nachrichten-Kanal zustande gebracht. Der viel kleinere ORF wird sich schwertun, 24 Stunden Nachrichten zu produzieren. Das braucht viel Geld und Personal und ich zweifle daran, ob an normalen, Nachrichten-schwachen Tagen sehr viele Leute zuschauen würden." (APA, 2.8.2016)

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