Türkischer Vizepremier soll "Ausrottung" von Putschisten angekündigt haben

1. August 2016, 19:04
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Niederländische Regierung kritisiert Interview Mehmet Simseks mit niederändischer Zeitung scharf

Den Haag – Mit der angedrohten "Ausrottung" von Gegnern des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat der stellvertretende türkische Ministerpräsident Mehmet Simsek in Den Haag Empörung ausgelöst. Wer sich einer solchen Sprache bediene, schüre Unruhe, erklärte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Montag.

Er reagierte damit auf ein Interview der Zeitung "Algemeen Dagblad" mit Simsek. Im Zusammenhang mit der Entlassung Tausender von Lehrern, die der Bewegung des Erdogan-Gegners Fethullah Gülen nahestehen sollen, sagte Simsek nach Angaben der Zeitung: "Alles ist auf die totale Ausrottung des Gülen-Netzwerks gerichtet."

Man würde von Vertretern der Türkei Beiträge zur Bewahrung der Ruhe in den Niederlanden erwarten, ließ Rutte über einen Sprecher erklären. Diese Wortwahl eines Mitglieds der türkischen Regierung schüchtere Mitglieder der türkisch-niederländischen Gemeinde ein. "Das ist nicht akzeptabel. Und das haben wir die türkischen Regierung auch wissen lassen", sagte Ruttes Sprecher nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. (APA, 1.8.2016)

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