Was den Mammuten auf einer Insel vor Alaska den Garaus machte

1. August 2016, 21:01
19 Postings

Forscher konnten das Schicksal dieser isolierten Tiere aufklären, die dort vor 5600 Jahren ausstarben – wegen Wasserknappheit

Fairbanks/Wien – Die Sankt-Paul-Insel liegt in der Mitte des Beringmeers zwischen Alaska und Nordostsibirien. Menschen betraten die abgelegene Insel erst im Jahr 1787. Nur wenige Jahrtausende zuvor waren auf der heute 104 Quadratkilometer großen Insel die letzten Mammute ausgestorben.

Forschern um Matthew Wooller (Uni Alaska in Fairbanks) ist nun mit Kollegen im Fachblatt "PNAS" zum einen gelungen, erstmals das Datum dieses Exitus exakt zu bestimmen. Zum anderen fanden sie eine erstaunliche Erklärung dieses Aussterbens, das nichts mit dem Homo sapiens zu tun habe.

Überreste von fünf Wollhaarmammuten, die man auf der Sankt-Paul-Insel gefunden hatte, sind rund 6500 Jahre alt. Doch waren das auch die letzten Artvertreter? Das ist unwahrscheinlich, weshalb Wooller und Kollegen zunächst die Umweltveränderungen analysierten, die mit dem Aussterben der Mammute einhergingen – wie den Rückgang dreier Pilzarten, die auf den Dung von Großsäugern angewiesen sind. Auf diese Weise kamen die Forscher zum Schluss, dass der letzte Großsäuger auf der Sankt-Paul-Insel vor 5600 Jahren zugrunde ging.

Knappes Wasser

Doch was raffte sie dahin? Auch das ließ sich anhand der in Sedimenten festgehaltenen Veränderungen rekonstruieren. Wooller und sein Team vermuten, dass den Mammuten das Wasser ausging. Aufgrund des Anstiegs des Meeresspiegels nach der Eiszeit verkleinerte sich die Insel. Es gab nur mehr einen See, der Wasser spendete, welches immer mehr verdreckte. Die Mammute gruben deshalb neue Wasserlöcher – und damit ihr eigenes Grab, denn die Wühlerei beschleunigte die Erosion und vergrößerte den Wassermangel nur noch weiter. (tasch, 1. 8. 2016)

  • Überreste eines Wollhaarmammuts im Museum.
    foto: apa/epa/remko de waal

    Überreste eines Wollhaarmammuts im Museum.

Share if you care.