US-Militär greift erstmals in IS-Hochburg Sirte an

1. August 2016, 18:56
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Von den UN unterstützte und international anerkannte Regierung hatte Angriffe angefordert

Washington/Tripolis – Kampfflugzeuge der amerikanischen Luftwaffe haben am Donnerstag Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nahe der libyschen Stadt Sirte angegriffen.

Diese gilt als eine der wenigen vom IS kontrollierten Gebiete im nordafrikanischen Land. Die Islamisten-Miliz hatte die Hafenstadt im vergangenen Jahr eingenommen und sie zu ihrer wichtigsten Hochburg außerhalb des Irak und Syriens gemacht. Zuletzt wurden ihre Kämpfer jedoch auf den Innenstadtbereich zurückgedrängt.

Die Präsenz des IS in Libyen hatte dennoch in den vergangenen Monaten immer größere Sorgen in europäischen Hauptstädten hervorgerufen.

Schwere Verluste

Der Chef der von den Vereinten Nationen gestützten und international anerkannten Regierung Libyens, Fayez al-Sarraj, sagte in einer TV-Ansprache, sein Kabinett habe die Luftangriffe in Washington erbeten. Der IS habe dabei schwere Verluste erlitten.

Aus dem Weißen Haus hieß es, Präsident Barack Obama habe seine Zustimmung zu den Angriffen gegeben. Zuvor habe Verteidigungsminister Ashton Carter diese empfohlen. ein Sprecher Carters ergänzte später, es habe sich um einen "Präzisionsschlag" gegen Panzer gehandelt. Einen vorgesehenen zeitlichen Endpunkt für die Luftschläge gegen den IS in Libyen gebe es nicht. Sein Ministerium vermute, dass es unter 1000 IS-Mitglieder in Syrien gebe – "wahrscheinlich ein paar Hundert", die sich noch in Sirte aufhielten.

Es handelt sich um den ersten Fall einer derartigen Kooperation zwischen der libyschen Regierung und den USA. Zuletzt hatten die USA – ohne Absprachen – im Februar den IS in Libyen angegriffen.

Das libysche Kabinett hatte im Mai eine Offensive gegen den IS gestartet. In der vergangenen Woche hatte es Meldungen über Einsätze französischer Spezialkräfte gegeben. Diese waren allerdings nicht mit der libyschen Regierung koordiniert, sie wurden von Tripolis verurteilt. (red, Reuters, 1.8.2016)

  • Die US-Kampfhubschrauber starteten vom amphibischen Angriffsschiff "Wasp". Das Archivbild zweigt das Schwesterschiff "Bonhomme Richard"

    Die US-Kampfhubschrauber starteten vom amphibischen Angriffsschiff "Wasp". Das Archivbild zweigt das Schwesterschiff "Bonhomme Richard"

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