Thailand: "Ja" auf Facebook bringt Klage wegen Majestätsbeleidigung

1. August 2016, 17:52
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40-Jährige ist Mutter eines kritischen Studentenführers – HRW: Neuer Tiefpunkt für die Junta

Bangkok – Weil sie auf Facebook die Meinungsäußerung eines anderen mit "Ja" kommentierte, drohen einer Thailänderin jetzt 15 Jahre Haft. Die 40-Jährige, Mutter eines kritischen Studentenführers, wurde am Montag formell wegen Majestätsbeleidigung angeklagt, teilte das Militärgericht in Bangkok mit. Sie ist gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von fast 14.000 Euro auf freiem Fuß.

Seit das Militär die gewählte Regierung vor gut zwei Jahren gestürzt hat, verfolgt die Junta Kritiker mit einer scharfen Gesetzesauslegung. Der Sohn der Frau, Sirawith Seritiwat, leitet eine Studentengruppe, die die Rückkehr zur Demokratie fordert. "Es ist ein neuer Tiefpunkt für die Junta, die Mutter eines Aktivisten mit dem Gesetz gegen Majestätsbeleidigung zu verfolgen, das systematisch angewandt wird, um Kritiker zum Schweigen zu bringen", sagte der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), Brad Adams.

Ein Bekannter des Studentenführers hatte sich auf Facebook abfällig über die Rolle der Monarchie in Thailand geäußert. Die Frau hatte darunter "Ja" geschrieben. Der Bekannte ist auch wegen Majestätsbeleidigung angeklagt. (APA, 1.8.2016)

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