Wiener "Grätzelpolizisten" ab sofort im Einsatz

1. August 2016, 12:44
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Zunächst Probebetrieb, ab 2017 Ausweitung geplant – Kommunikation mit den Menschen in der Stadt soll verbessern

Wien – Ab heute, Montag, sind in Teilen Wiens eigene "Grätzelpolizisten" im Einsatz. Die Beamten sollen speziell für die Anliegen der Bewohner zur Verfügung stehen: "Diese sind Ansprechpersonen für alle Menschen in dieser Stadt", umriss Polizeisprecher Johann Golob deren Aufgabe. Zunächst läuft der Probebetrieb, die Ausweitung auf die ganze Stadt ist für 2017 vorgesehen.

Mit der Initiative – die im Rahmen der Aktion "Gemeinsam Sicher" umgesetzt wird – solle die Kommunikation mit den Menschen in der Stadt verbessert werden, begründete Landespolizeivizepräsident Karl Mahrer Mitte Juli die Einführung der "Grätzel-Polizisten". Die Wiener könnten sich beispielsweise an "ihren" Polizisten wenden, wenn sie sich in bestimmten Gegenden unsicher fühlen – etwa weil dort die Beleuchtung in der Nacht als nicht ausreichend empfunden werde. Man müsse versuchen – etwa in Kooperation mit der Stadt –, das Sicherheitsgefühl dort zu verbessern, umriss Mahrer damals das Ziel.

100 Beamte sollen Job machen

Der nunmehr mit Anfang August angelaufene Probebetrieb erfolgt in den Bezirken Meidling, Hietzing, Ottakring, Hernals, Währing, Döbling, Donaustadt und Liesing. "Im Endausbau" – wie Golob es nannte – soll es flächendeckend, also in jeder Polizeiinspektion, "Grätzel-Polizisten" geben. Insgesamt ist geplant, dass rund 100 Beamte in dieser Funktion tätig sein werden.

Wie viele Stunden die Beamten nunmehr Grätzeldienst versehen werden, könne man derzeit noch nicht sagen, so Golob. "Das richtet sich danach, wie viele Anliegen es gibt." Die Bürger können jedenfalls von sich aus an die Ansprechpartner herantreten. Sind die Zuständigen gerade nicht im Dienst, würden sie sich später "proaktiv" melden, wurde in Aussicht gestellt. Außerdem werden die Beamte unterwegs sein und mit Menschen in Kontakt treten.

Bei den herangetragenen Anliegen im Grätzel könnte es sich durchaus auch um Themen handeln, die nicht den unmittelbaren polizeilichen Bereich betreffen, hob Golob hervor. In solchen Fällen solle es aber nicht heißen: "Wir sind nicht zuständig", sondern vielmehr sollen auch diese Themen ernst genommen und an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden. (APA, 1.8.2016)

  • Die Bezirke Meidling, Hietzing, Ottakring, Hernals, Währing, Döbling, Donaustadt und Liesing bekommen ab 1. August Grätzelpolizisten.
    foto: apa/herbert neubauer

    Die Bezirke Meidling, Hietzing, Ottakring, Hernals, Währing, Döbling, Donaustadt und Liesing bekommen ab 1. August Grätzelpolizisten.

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