Rapid-Sportchef Müller: "Ein sehr schlampiges Passspiel"

1. August 2016, 12:08
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Hütteldorfer suchen Torgefährlichkeit – Grün-weiße Offensive am Donnerstag in EL-Quali gefordert

Altach/Wien – Fußball-Rekordmeister Rapid Wien hat vor dem Rückspiel der Europa-League-Qualifikation gegen Torpedo Schodsina kein Selbstvertrauen getankt. Eine kleine Torflaute hat sich breitgemacht. Die Hütteldorfer sind nach dem 0:1 am Sonntag in Altach bereits 214 Pflichtspielminuten ohne Treffer. "Die letzte Überzeugung vor dem Tor hat gefehlt", meinte Neo-Trainer Mike Büskens.

Die Niederlage in Vorarlberg war der erste echte Rückschlag in der Amtszeit des Deutschen. Schon beim 0:0 im Quali-Hinspiel in Schodsina in Weißrussland hatte Rapid trotz Feldüberlegenheit in der Offensive eine gewisse Harmlosigkeit offenbart. Auch in Altach hatten die Grün-Weißen 62 Prozent Ballbesitz – um am Ende dennoch nicht unverdient als Verlierer vom Platz zu gehen.

Sportdirektor Andreas Müller ortete mehrere Gründe. "Ich fand, wir hatten ein sehr schlampiges Passspiel – das war das Eine", sagte der Deutsche im Sky-Interview. "Das Andere war: überhaupt keine Überzeugung im Abschluss. Und das Dritte ist: Wenn man so ein Spiel spielt, dann muss man merken, wenn es vorne nicht klappt und auf das 0:0 spielen – das war ein taktischer Fehler."

"Das war ein Warnschuss"

Müller sieht die Spieler in der Pflicht. "Das war ein Warnschuss", meinte der Rapid-Sportchef. "Einige Spieler hatten überhaupt nicht die Form, die wir von ihnen erwarten. Da muss sich der Eine oder Andere an die Nase packen." Zumal es in der kommenden Woche nicht nur um den Verbleib im Europacup geht. Am Sonntag folgt das erste Wiener Derby der Saison beim Tabellenführer und Stadtrivalen Austria.

Große Hoffnungen setzen die Grün-Weißen in ihren neuen Mittelfeldstar Ivan Mocinic. Der Kroate hatte die Reise nach Vorarlberg wegen Leistenproblemen nicht angetreten, könnte laut Büskens aber schon am Donnerstag (21.05 Uhr/live in ORF eins) gegen Schodsina wieder zur Verfügung stehen. Im heimischen Allianz Stadion, in dem zum Ligastart bereits Ried mit 5:0 abgefertigt worden war, soll es auch mit dem Toreschießen wieder klappen.

"Jetzt haben wir zweimal nicht getroffen, aber davor haben wir einige Male getroffen", erinnerte Büskens. "Wir müssen ruhig und abgeklärt vor dem Tor bleiben." Seine Stürmer sind allerdings nicht die erfahrensten. Die Zugänge Joelinton und Maximilian Entrup sind jeweils erst 19 Jahre alt. Matej Jelic fällt mit einem Muskelbündelriss im Oberschenkel noch monatelang aus. Für Rapid besteht auf dem Transfermarkt also noch Bedarf.

Flügelspieler Arnor Ingvi Traustason stand in Altach erstmals in der Startformation. Der Isländer traf kurz nach der Pause beim Stand von 0:0 die Stange. "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Wir haben unsauber gespielt", sagte Büskens. In der Phase vor dem Gegentor sei man nachlässig geworden. "Wir waren zu passiv", meinte der Chefcoach. "Das war hausgemacht, dass Altach danach mehr vom Spiel hatte."

Canadi: "Fußball ist Emotion"

Tatsächlich waren die Altacher trotz der geringeren Spielanteile die gefährlichere Mannschaft. "Der Spielplan ist gut aufgegangen", erklärte Trainer Damir Canadi. "Ich bin sehr zufrieden. Das gibt Kraft für die nächsten Spiele." Seinen Verweis auf die Tribüne, weil er nach dem Goldtor von Patrick Salomon (75.) beim Jubel die Coaching Zone verlassen hatte, wollte er nicht überbewerten. "Fußball ist Emotion. Wenn die Regeln so sind, dann akzeptiere ich das."

Fernsehbilder zeigten den Altach-Trainer in der Schlussphase telefonierend auf der Tribüne. Nach einem Ausschluss ist dem Trainer die Einflussnahme auf das Spielgeschehen eigentlich verboten. Ob der Vorfall Konsequenzen nach sich zieht, wird die Bundesliga am Montag entscheiden. "Wenn das ein Thema ist, dann soll es eines sein", sagte Canadi dazu im ORF lapidar.

Dem Coach des aktuellen Tabellenzweiten könnte demnächst ein weiterer neuer Spieler zur Verfügung stehen. Die Altacher sind sich mit Offensivspieler Ngoumo Ngamaleu einig, bestätigte Sportdirektor Georg Zellhofer auf Sky. Der 22-Jährige aus Kamerun kam in seiner Heimat bei Cotonsport hauptsächlich auf dem rechten Flügel zum Einsatz. "Er hat bei uns unterschrieben", erklärte Zellhofer. Anmeldeformalitäten und Freigabe seien aber noch ausständig. (APA, 1.8.2016)

  • Rapid fand in Altach keinen Weg zum Torerfolg.
    foto: apa/stiplovsek

    Rapid fand in Altach keinen Weg zum Torerfolg.

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