Holocaust-Opfer: Serbien startet Rückerstattung

1. August 2016, 11:27
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An Bund der jüdischen Gemeinden

Belgrad – Vier Jahre nach dem Beginn der Rückgabe des nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten Vermögens hat Serbien nun auch mit der Rückerstattung für die Holocaust-Opfer begonnen. Der Chef der staatlichen Rückerstattungsagentur Strahinja Sekulic hat dies am heutigen Montag gegenüber dem RTV-Sender "RTS" bestätigt.

Ihr Vermögen soll entsprechend einer gesetzlichen Regelung von Anfang des Jahres an den Bund der jüdischen Gemeinden gehen, an den ab 1. Jänner 2017 für 25 Jahre lang jährlich auch 950.000 Euro ausbezahlt werden sollen. Der Bund der jüdischen Gemeinden hatte laut dem Sender die Rückerstattung von 199 Hektar Ackerland, ferner von 63 Geschäftsgebäuden, 205 Wohnhäusern und 59 Friedhöfen beantragt.

Die jüdische Gemeinschaft in Serbien hatte vor dem Zweiten Weltkrieg etwa 30.000 Mitglieder. Rund 80 Prozent waren vom Holocaust betroffen. Die meisten wurden im KZ-Lager Semlin am linken Save-Ufer bei Belgrad getötet. Derzeit leben in Serbien nur noch etwa 3.000 Juden. (APA, 1.8.2016)

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