Wie sich Facebooks riskanteste Wette trotz Shitstorms auszahlt

1. August 2016, 10:36
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Die Abspaltung des Facebook-Messengers in eine eigene App wird mittlerweile als goldrichtig gesehen

Als Facebook vor rund zwei Jahren ankündigte, dass Nutzer ihre Chat-Nachrichten künftig nicht mehr über die Facebook-App abrufen können, folgte prompt ein Shitstorm. Unzählige Nutzer beschwerten sich darüber, mit dem Facebook-Messenger noch eine weitere App herunterladen zu müssen. Außerdem wurde die Messenger-Anwendung an sich als langsam und unausgereift bezeichnet. Zahlreiche User drohten, den Facebook-Chat künftig zu boykottieren.

Whatsapp und Messenger mit Top-Werten

Zwei Jahre später hat der Dienst mehr als eine Milliarde Nutzer – und zwar täglich. Die riskante Entscheidung, den Service abzukoppeln, dürfte sich nun als goldrichtig herausstellen. Vor allem, da Facebook mit Whatsapp einen weiteren Top-Player im Messenger-Bereich besitzt. Der Kauf von Whatsapp im Herbst 2014 war ein Zeichen dafür, dass Facebook im mobilen Segment aufholen muss. Noch war nicht klar, wie die Plattform abseits von Werbung in der Timeline Geld generieren will.

Mit der starken Messenger- (und Whatsapp-) Nutzung stehen nun Alternativen bereit. So wird der Facebook-Messenger momentan zum Experimentierfeld für Bots, also automatisierte Chatpartner, die von Firmen genutzt werden können, um mit ihren Kunden zu kommunizieren. Außerdem könnten Geldtransaktionen von Kunde zu Kunde für Umsätze sorgen; ebenso der Verkauf von Spielen oder Emojis im Messenger-Shop.

Direkte Kommunikation

"Es sieht danach aus, als ob all dies sehr profitabel für Facebook wird", schreibt Backchannel. Werbekunden könnten zudem personalisierte Nachrichten im Messenger verschicken und Kunden so direkt ansprechen. Dabei läuft auch das Hauptgeschäft sehr ordentlich: Facebook vermeldete heuer mehr als zwei Milliarden Dollar Gewinn, eine Verdreifachung der Vorjahreswerte. Facebooks riskante Wette, viele Nutzer mit der Abkoppelung des Messengers zu verlieren – sie hat sich ausgezahlt. (red, 1.8.2016)

  • Mark Zuckerberg ging beim Messenger auf volles Risiko.
    foto: apa/afp/edelson

    Mark Zuckerberg ging beim Messenger auf volles Risiko.

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