"Pokémon Go": Wie man mit einem Windows Phone auf Monsterjagd geht

1. August 2016, 10:11
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Inoffizieller Client jetzt als Open Source verfügbar – Spielerlebnis allerdings noch stark eingeschränkt

Über 90.000 Unterzeichner haben von "Pokémon Go"-Entwickler Niantic gefordert, das Spiel auch für Smartphones mit Windows 10 Mobile verfügbar zu machen. Ein Ruf, der beim kalifornischen Games-Studio bisher ungehört verhallt ist. Und da der Marktanteil des Microsoft-Systems auf Smartphones mittlerweile hart an der Wahrnehmungsschwelle kratzt, dürfte das auch so bleiben.

"Pokémon Go" als UWP

Der Entwickler "STApps" hat sich daher auf eigene Faust aufgemacht, das Game auch Besitzern von Lumia und Co. zugänglich zu machen (der GameStandard berichtete). Sein inoffizieller Client ist nun als quelloffene Universal Windows Platform-App (UWP) verfügbar und kann auch Windows 10-Handys installiert werden.

Eine Anleitung dafür hat Windows Central bereitgestellt, ebenso ein Hands-on-Video. Die Windows 10 Mobile-Ausgabe lässt sich im Entwicklermodus mit mehreren Schritten am Handy installieren.

windows central

Die erste Inbetriebnahme erfordert allerdings etwas Aufwand. Ein Login ist außerdem nicht per Google-Konto möglich, sondern nur mit einem Pokémon Trainer Club-Konto. Bevor man loslegen kann, müssen die Erstellung des eigenen Avatars und die Festlegung des Start-Pokémons über die iOS- oder die Android-App von "Pokémon Go" (oder per Emulator) erfolgen.

Rudimentäre Umsetzung

Die Umsetzung ist aber noch rudimentär gehalten. Der Spieler kann sich durch seine Umgebung bewegen, Gegenstände aus nahe gelegenen Pokéstops erhalten und Monsterfangen. Allerdings gibt es keinen Augmented-Reality-Modus, in dem das jeweilige Pokémon über das Kamerabild gelegt wird. Und auch der Pokéball muss nicht mit einer Wischgeste geworfen werden. Es reicht, ihn anzutippen, um das Monster stets mit Bonus für einen "exzellenten Wurf" und einen "Curveball" zu fangen.

Nicht verfügbar sind Inventar, Shop, Pokédex und Arenen. Diese Funktionen könnten mit zukünftigen Updates nachgereicht werden.

Unsichere Zukunft

Die Zukunft des Projektes steht allerdings auf unsicheren Beinen. Sollte die Kommunikation des Spiels künftig verschlüsselt werden, dürfte dies das Ende bedeuten. Dazu bleibt offen, ob und wie lange Niantic den Windows-Client billigen wird. Schon bei seinem anderen Smartphone-Game, "Ingress", ist Niantic gegen Spieler vorgegangen, die modifizierte bzw. inoffizielle Clients verwendet haben. Zum Teil wurden die User permanent gesperrt.

Dementsprechend könnte auch die Verwendung der Windows 10 Mobile-Umsetzung zu Konsequenzen führen. Auch gegen Karten, die anhand der unverschlüsselten Kommunikation der Spielserver die Position aufgetauchter Pokémon verrieten, ist Niantic mittlerweile vorgegangen. Das vorläufige Ende für Pokévision bei gleichzeitiger Entfernung der "Fußspuren"-Anzeige von Monstern in der Umgebung hat für eine handfeste Kontroverse gesorgt. (gpi, 01.08.2016)

  • Die inoffizielle Windows 10-Umsetzung für "Pokémon Go" ist vom Feature-Umfang noch stark limitiert.
    foto: windows central

    Die inoffizielle Windows 10-Umsetzung für "Pokémon Go" ist vom Feature-Umfang noch stark limitiert.

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