"Pokémon Go": Ärger um großes Update und Aus für Kartenservices

1. August 2016, 09:51
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Gezielte Jagd wird erheblich schwerer – Gameplay-Anpassungen und Feinschliff

Innerhalb weniger Wochen ist "Pokémon Go" zum populärsten Smartphone-Spiel avanciert. Selbst stete Probleme mit den Servern und zum Teil noch recht unausgegorene Gameplay-Elemente (wie die Arenenkämpfe) konnten der Popularität der Monsterjagd im öffentlichen Raum keinen Abbruch tun. Nun liefert Hersteller Niantic das erste große Update – und löst damit aber auch gleich wieder eine handfeste Kontroverse aus.

Nearby

Mit den Updates auf die Versionen 0.31.0 (bei Android) beziehungsweise 1.1.0 (für iOS) wird nämlich ein zentrales Feature des Spiels fast zur Gänze entfernt. Bei jener Nearby-Funktion, die eigentlich dazu gedacht ist, Pokémon in der Umgebung aufzuspüren, wurde nun die Anzeige des Abstands der einzelnen Tiere komplett entfernt.

Eine große Änderung zum Zustand davor stellt dies zwar nicht dar, immerhin hatte das Spiel seit einigen Wochen hier fix immer die gleiche Entfernung angegeben. Nur in den ersten Tages des Spiels konnte man anhand der Zahl der unter einzelnen Monstern in dieser Liste angezeigten Pfotenabdrücke erkennen, wie weit dieses entfernt ist – und sich so gezielt auf die Suche machen.

Dass dies jetzt für Ärger sorgt, hat vor allem mit zwei Dingen zu tun: Viele hatten gehofft, dass Niantic diesen "Bug" (in Wirklichkeit handelt es sich wohl um keinen Fehler – es ist davon auszugehen, dass der Hersteller diese Funktion deaktiviert hat, um die eigenen Server zu entlasten, Anm.) bald bereinigen wird. Dass man dieses Feature nun ganz entfernt, lässt befürchten, dass die Nearby-Funktion noch länger defekt bleiben wird.

Aus für Kartenservices

Vor allem aber wurden praktisch zeitgleich mehrere Kartenservices von Drittanbietern deaktiviert, die den aktuellen Standort von Pokémon offenlegten. So heißt es etwa bei Pokevision, dass man den Wunsch von Niantic und Nintendo respektiere, und deswegen den eigenen Service deaktiviert hat. Dass parallel dazu noch mehrere andere Angebote wie Pokehound und Pokehuntr offline genommen wurden, lässt vermuten, dass die Hersteller hier mehr als nur einen "Wunsch" geäußert haben dürften.

Neuerungen

Andere Neuerungen des Updates dürften hingegen auf mehr Zuspruch stoßen. So ist es nun endlich möglich, den Avatar nachträglich wieder zu verändern. Auch gibt es eine Fülle von Bugfixes und einigen grafischen Feinschliffen etwa bei den Arena-Kämpfen oder auch bei der Detailansicht einzelner Pokémon. Daneben können favorisierte Monster nun nicht mehr gelöscht werden, was als Schutz gegen ein allzu übereifriges Aufräumen des Inventars gedacht ist.

Parallel zu dem Update wurden aber auch einige Gameplay-Veränderungen vorgenommen, um Kämpfe ausgeglichener zu gestalten. So wurde etwa der mit der "Aquaknarre" (Water Gun) einzelner Tiere pro Schuss erzielbare Schaden von 10 auf 6 Punkte reduziert. Damit wird vor allem das Aquana (Vaporeon), das sich aufgrund seiner überdurchschnittlichen Stärke bei vielen zum beliebtesten Monster für Arenakämpfe entwickelt hat, signifikant geschwächt.

Neue Spawns

Die letzten Tage bringen aber noch eine weitere Erkenntnis: All die von der Community selbst zusammengestellten Karten mit Punkten, wo einzelne Tiere auftauchen, sind nun weitgehend Makulatur. Hat Niantic die Spawn-Punkte – beziehungsweise die Pokémon, die dort auftauchen – doch mittlerweile verändert. (apo, 1.8.2016)

  • "Pokémon Go" hat die Smartphone-Welt im Sturm erobert.
    foto: sergio perez / reuters

    "Pokémon Go" hat die Smartphone-Welt im Sturm erobert.

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