Ankara will "Erdoğan-Tötungskommando" verhaftet haben

1. August 2016, 16:48
37 Postings

Vizeregierungschef: Ein Mitglied des Kommandos weiterhin auf der Flucht – Regierung kündigt brutale Strafe an

Ankara – Rund zwei Wochen nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei sind elf Soldaten eines Kommandos festgenommen worden, die das Ferienhotel von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Marmaris angegriffen haben sollen. Die Türkei wirft ihnen zudem vor, sie hätten den Staatschef gefangen nehmen oder töten wollen. Die Militärs wurden in der Nacht zum Montag im Landkreis Ula bei Marmaris gefasst, wie das Innenministerium mitteilte. Beweise für Tat oder Absicht legte Ankara vorerst nicht vor.

Die Streitkräfte setzten Drohnen und Hubschrauber bei der Suche nach den Flüchtigen ein. Während des Einsatzes seien Schüsse gefallen. Dorfbewohner hätten der Armee den Aufenthaltsort der Soldaten genannt, teilte das Militär mit. Die elf daraufhin Festgenommenen seien in Untersuchungshaft genommen worden. Vizeregierungschef Numan Kurtumluş sagte bei einer Pressekonferenz, ein Mitglied des Kommandos sei weiterhin auf der Flucht. Laut der Nachrichtenagentur Anadolu gehörten dem Kommando insgesamt 37 Soldaten an.

"'Tötet uns!' werden sie betteln"

Ein Einsatzkommando der Aufständischen war in der Putschnacht vor gut zwei Wochen mit mehreren Helikoptern bei dem Hotel gelandet, in dem Erdoğan mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn, Energieminister Berat Albayrak, einige Tage Urlaub machte. Zum Zeitpunkt des Einsatzes hatte der Präsident aber das Hotel bereits verlassen, um mit dem Flugzeug nach Istanbul zu fliegen. Laut Erdoğan wäre er entführt oder getötet worden, hätte er 15 Minuten länger gewartet.

Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi drohte ihnen eine brutale Bestrafung an. "Wir werden sie in Löcher stecken, und in diesen Löchern werden sie eine solche Bestrafung erhalten, dass sie bis zu ihrem letzten Atemzug die Sonne nicht mehr sehen werden", wurde er von der Nachrichtenagentur Dogan zitiert. "Sie werden keine menschliche Stimme mehr hören. 'Tötet uns', werden sie betteln", sagte der Minister demzufolge weiter. (APA, 1.8.2016)

Share if you care.