Gauck fordert Unnachgiebigkeit gegenüber Attentätern und Amokläufern

31. Juli 2016, 19:41
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Gedenken für Amoklauf von München mit hohen Repräsentanten – Seehofer: Bundesregierung muss Bevölkerung besser vor Terror schützen

München – Führende Vertreter von Staat und Kirchen in Deutschland haben am Sonntag bei Trauerfeiern im Liebfrauendom und im bayerischen Landtag der Opfer des Amoklaufs von München gedacht.

Bundespräsident Joachim Gauck forderte in seiner Rede im Landtag die Deutschen auf, sich nicht dem Hass von Amokläufern oder Attentätern unterwerfen. "Wir werden nämlich bleiben, was wir sind: eine mitmenschliche, solidarische Gesellschaft", sagte Gauck.

Der 18 Jahre alte Schüler David S. hatte am 22. Juli im Bereich des Olympia Einkaufszentrums neun Menschen erschossen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Außerdem gab es 36 Verletzte. Da lange unklar war, ob die Tat ein Terrorakt war, versetzte sie München über Stunden in einen Ausnahmezustand.

Zum Gedenken an die Opfer kamen neben Gauck auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesratspräsident Stanislaw Tillich (CDU), der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, SPD-Chef Sigmar Gabriel (SPD), Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sowie eine Reihe Berliner und bayerischer Minister.

Ministerpräsident Seehofer sprach angesichts des Amoklaufs vom wohl schwierigsten Moment in seinem Leben. Diese Tat, aber auch die Attentate von Würzburg und Ansbach hätten sich in die Herzen der Menschen gebrannt. "Bayern ist im Mark getroffen.""Sicherheit ist das höchste Gut einer Demokratie, die oberste Pflicht des Staates. Eine Regierung darf nicht tatenlos zusehen, wenn die Sicherheit der Bevölkerung auf dem Spiel steht", sagte der bayerische Regierungschef

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sagte in seiner Predigt während des ökumenischen Gottesdiensts im Liebfrauendom, Abschottung und Misstrauen und Angst dürften nun nicht das letzte Wort behalten. Für den Muslimrat München forderte Dhari Hajer in einem eindringlichen Gebet, Deutschland solle davor bewahrt werden, in einen "Kreislauf des Hasses und der Gewalt" zu verfallen.

An dem Gottesdienst beteiligten sich auch Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche und des Judentums. Neben Marx zelebrierte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, den Gottesdienst. (APA, 31.7.2016)

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