Unwetter forderten ein Großaufgebot der Feuerwehren

1. August 2016, 10:26
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Kärnten, Niederösterreich und das Burgenland wurden von Unwettern heimgesucht

Klagenfurt / St. Pölten / Eisenstadt – Die Kärntner Feuerwehren sind in der Nacht auf Montag zu 50 Unwettereinsätzen ausgerückt. Wie die Landesalarm- und Warnzentrale mitteilte, galt es vor allem, Keller auszupumpen, Verklausungen in Bächen zu beseitigen und umgestürzte Bäume von Straßen zu räumen. Die meisten Einsätze hat es in den Bezirken Sankt Veit und Wolfsberg gegeben.

Auch an den Seen standen die Feuerwehren im Einsatz, um vor aufziehenden Unwettern Segler und Surfer rechtzeitig an Land zu holen. Einige Haushalte waren am Sonntagabend ohne Strom, die Energieversorgung konnte aber bis zum Montagmorgen großteils wiederhergestellt werden.

Einsätze auch in Niederösterreich

Neuerliche Unwetter haben am Sonntagabend für etwa 160 Feuerwehreinsätze in Niederösterreich gesorgt. Massiver Regen und Sturm hatten vor allem das Weinviertel getroffen, sagte Franz Resperger vom Landeskommando.

In Hohenau an der March (Bezirk Gänserndorf) deckte der Sturm sieben Häuser ab. Die Feuerwehr rückte mit Planen aus, um die Objekte zu schützen. In Orth an der Donau (Bezirk Gänserndorf) schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein. Fünf Feuerwehren standen laut Resperger im Löscheinsatz.

foto: ff orth/donau
In Orth an der Donau schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein.

Im Bezirk Korneuburg wurde insbesondere die Gemeinde Stetten stark getroffen. Keller wurden unter Wasser gesetzt und Straßen verschlammt. Der Sturm forderte auch die Helfer im Bezirk Mistelbach und vereinzelt im Bezirk Krems, sagte der Sprecher. Insgesamt standen etwa 60 Feuerwehren im Unwettereinsatz.

Überflutete Keller im Burgenland

Im Burgenland haben am Sonntagabend in zahlreichen Gemeinden von Nord bis Süd die Feuerwehrsirenen geheult. Unwetter sorgten in nahezu allen Bezirken für überflutete Keller und Straßen, teilte ein Sprecher der Feuerwehralarmzentrale mit. In Summe seien 25 Feuerwehren ausgerückt. Sie kamen auf rund 800 Einsatzstunden.

foto: ff-mörbisch/see
In Mörbisch wurden mehrere Keller überflutet. Die Feuerwehr rückte zum Abpumpen an.

In mehreren Gemeinden mussten Straßen von umgestürzten Bäumen befreit sowie Pumparbeiten durchgeführt werden. In Mörbisch (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) wurden nach einem kurzen, aber heftigen Gewitter auch einige Keller überschwemmt und zahlreiche Kanaldeckel weggeschwemmt, teilte die Ortsfeuerwehr in einer Aussendung mit. Die Seefestspiele Mörbisch hatten am Sonntag spielfrei, potentielle Zuseher blieben deshalb von den Unwettern verschont.

Am Neusiedler See mussten die Feuerwehren Neusiedl am See und Purbach zwei Boote an Land ziehen. Verletzt wurde niemand.

Dauereinsatz in der Steiermark

In der Steiermark kam es in einigen Bezirken zu Überschwemmungen, Straßen verlegten und Bäume entwurzelten. Dies teilte die Landesleitzentrale der Feuerwehren am Montag mit. Insgesamt wurden 106 Wehren zu 148 Einsätzen gerufen. Knapp 1.250 Feuerwehrmänner und -frauen standen im Hilfsdienst.

foto: bfv murau
Im Bezirk Murau wurden viele Straßen verschüttet.

Am stärksten betroffen waren laut Leitzentrale Bereiche in den Bezirken Deutschlandsberg, Graz-Umgebung, Hartberg-Fürstenfeld, Leibnitz, Murtal sowie Murau und Weiz. Umgestürzte Bäume mussten entfernt werden, weiters stand das Auspumpen von Garagen und Kellern, das Sichern und Freimachen von Verkehrswegen als auch Sicherungs- und Aufräumarbeiten im Bereich von kleineren Murenabgängen und Hangrutschungen auf der Einsatzliste. Im Sulmtal riss der heftige Wind das Dach von einer Halle eines landwirtschaftlichen Anwesens.

foto: apa/bfvdl steiermark/stopper
Im Sulmtal riss der Wind das Dach von einer Halle.

Die meisten Hilfstätigkeiten wurden noch in der Nacht auf Montag beendet. In Gebieten wie der Stanz bei Mürzzuschlag waren die Feuerwehrkräfte allerdings seit Tagen im Dauereinsatz, unterstützt von Bundesheerpionieren aus Villach. In Afling (Bezirk Voitsberg) waren im sogenannten Bocklochgraben zahlreiche Unwetterschäden zu beheben, was auch am Montag noch andauerte.

Blitzschlag bei Graz

In Nestelbach bei Graz (Bezirk Graz-Umgebung) hat ein Blitz am Sonntagabend gegen 19.00 Uhr in ein Einfamilienhaus eingeschlagen. Dabei geriet der Dachstuhl in Brand. Durch das Einschreiten der Feuerwehren wurde eine Ausdehnung des Brandes verhindert. Die Bewohner waren zu diesem Zeitpunkt außer Haus, wie die Polizei mitteilte. Die genaue Schadenshöhe konnte vorerst noch nicht beziffert werden.

Die Sperre der Breitenauer Straße (L104) von Pernegg nach Breitenau am Hochlantsch (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), die bereits vor einer Woche von Muren verlegt worden war, blieb weiterhin aufrecht. (APA, 1.8.2016)

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