Im Rampenlicht

Einserkastl31. Juli 2016, 18:33
42 Postings

Sabine Oberhausers Botschaft an Schicksalsgenossen

Es ist schlimm genug, an Krebs erkrankt zu sein und eine Chemotherapie über sich ergehen lassen zu müssen. Noch schlimmer ist es, wenn die Krankheit wiederkehrt. Ministerin Sabine Oberhauser hat nie ein Geheimnis aus ihrer Erkrankung gemacht. Das begann mit der Bekanntgabe der Diagnose und ging mit dem Verzicht auf eine Perücke konsequent weiter.

Eine solche Öffentlichkeit zeigt zwar den erkrankten Menschen in seiner Schwächung, aber gleichzeitig beweist das auch große Stärke. Das Pflegen des Hochglanzlackes war nicht Oberhausers Sache, und das öffentliche Durchleben der Krankheitsphasen auch eine Botschaft an die Schicksalsgenossen: Ihr müsst euch nicht verstecken, nicht zwanghaft lächeln und so tun, als wäre alles in Ordnung.

Denn es ist nicht alles in Ordnung. Ihr könnt aber weiterhin euer Leben gestalten. Ihr habt das Recht auf Krankenstand, aber auch ein Recht auf Arbeit und Teilhabe. Die Gesellschaft muss lernen, euch zu akzeptieren. Eure Sorgen, eure Veränderungen, eure Kämpfe.

Es ist nicht leicht, sich so angreifbar zu machen. Jede Öffentlichkeit schärft aber die Wahrnehmung und die Akzeptanz für all jene, die gerade aus der Welt der Gesunden gekippt sind, die aber nicht die Hoffnung und die Kraft verlieren sollen, den Rückweg zu beschreiten. Der gelbe Backsteinweg ist nicht gerade. Aber wer wieder nach Hause will, muss ihm folgen können. (Julya Rabinowich, 31.7.2016)

  • Artikelbild
    foto: regine hendrich
Share if you care.