Russen bei Olympia: Der Eiertanz des IOC

Kommentar31. Juli 2016, 18:26
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Das lange Warten auf die Starterlaubnis in Rio

Jetzt ist dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offenbar doch noch eingefallen, dass es eine ziemlich mächtige Organisation ist. "Wir wollen ganz klar zeigen, dass wir es sind, die die letzte Entscheidung treffen", sagte IOC-Sprecher Mark Adams am Wochenende. Es geht um die Starterlaubnis für russische Sportler bei den Olympischen Spielen in Rio. Das IOC berief kurzerhand ein Gremium mit drei Mitgliedern ein. Dieses soll bis Freitag, dem Eröffnungstag der Spiele, über die endgültige Zulassung von rund 250 russischen Sportlern entscheiden.

Das ist insofern eigenartig, als das IOC als Organisator der Spiele zuvor in der Russland-Causa einen ziemlichen Eiertanz aufgeführt hatte. Als die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in ihrem Bericht vor zwei Wochen Russland staatliches Doping nachgewiesen hatte, entschied das IOC, vorerst nichts zu entscheiden, sondern den Spruch des Sportgerichtshofs (CAS) über den Einspruch russischer Leichtathleten gegen deren Sperre abzuwarten.

Als der CAS die Sperre bestätigte, wälzte das IOC die Verantwortung auf die Sportfachverbände ab. Diese sollten entscheiden, welche Russen in Rio starten dürften und welche nicht. Die meisten Verbände haben dies mittlerweile getan. Aber weil das IOC jetzt doch noch Macht demonstrieren will, wissen die Sportler so kurz vor Olympia immer noch nicht, ob sie starten dürfen oder nicht. Sie sind die Leidtragenden dieses Eiertanzes. (Birgit Riezinger, 31.7.2016)

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