Schätze in Milliardenwert: Sagenumwobene Galeone "San José" soll geborgen werden

31. Juli 2016, 18:13
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Spanisches Schiff sank vor 300 Jahren und wurde im vergangenen November wiederentdeckt

Bogota – Vor mehr als 300 Jahren sank vor der Hafenstadt Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste die spanische Galeone "San José". Das Schiff soll als Teil der spanischen Silberflotte bei ihrem Untergang mit Schätze in sagenhaftem Umfang beladen gewesen sein. Tatsächlich sollen sich angeblich dermaßen viele Wertgegenstände an Bord befunden haben, dass das verschollene Wrack der "San José" den Beinamen "der Heilige Gral unter den Schiffswracks" erhielt. Kein Wunder also, dass Glücksritter und Experten gleichermaßen intensiv nach den Überresten der Galeone suchten. Am 27. November 2015 ist ein Team internationaler Experten schließlich mit Hilfe von Schallortung nahe der Halbinsel Barú fündig geworden.

Wie nun verkündet wurde, soll das, was von dem Schiff und seiner Ladung übrig ist, in den kommenden Monaten geborgen werden. Präsident Juan Manuel Santos versicherte am Samstag bei der Einweihung eines Meeresforschungsinstituts, Kolumbien werde bei der Bergung der "San José" "das Gesetz respektieren".

Seeschlacht gegen britische Angreifer

Die "San José" war das Hauptschiff einer Flotte aus 17 Schiffen, die im Auftrag des spanischen Königs Gold, Silber und andere Pretiosen aus den Kolonien in Amerika über den Atlantik bringen sollte. Die Galeone sank in der Nacht des 7. Juni 1708 in einer Schlacht gegen britische Schiffe, die es auf die wertvolle Ladung abgesehen hatten. Nur eine Handvoll der 600 Besatzungsmitglieder überlebte.

Jahrzehntelang hatten Schatzsucher nach dem Schiff gesucht, waren dabei aber lediglich auf andere Wracks gestoßen. Ein Team aus kolumbianischen und internationalen Experten hatte die "San José" schließlich im November 2015 nach mühevollen Recherchen aufgespürt. Die Forscher hatten unter anderem die Winde und Strömungen erforscht, die vor mehr als 300 Jahren in der Region geherrscht hatten, und in spanischen und kolumbianischen Archiven nach Hinweisen gesucht.

1982 hatte bereits eine US-Firma den Fund der "San José" für sich beansprucht, doch dieser wurde von Kolumbien nie bestätigt. Ein Gericht entschied schließlich, die Galeone gehöre Kolumbien. Neben der Suchfirma Sea Search Armada meldete auch Spanien Besitzansprüche an, weil das Schiff unter spanischer Flagge segelte. Das kolumbianische Kulturministerium schätzte den Wert der Ladung im Jahr 1980 auf zehn Milliarden Dollar.

Schätze im Wert von zehn Milliarden Dollar

Manches spricht dafür, dass diese Schätzung nicht zu hoch gegriffen ist. So verraten Dokumente, dass die "San José" in Portobelo in Panama mit 344 Tonnen Gold- und Silbermünzen sowie 116 Kisten mit Smaragden aus Peru beladen wurde, ehe sie am 28. Mai 1708 in Richtung Cartagena aufbrach.

Präsident Santos erklärte nun, von der Bergung des Wracks solle "die ganze Welt profitieren". Es handle sich eher "um ein archäologisches und wissenschaftliches als um ein kommerzielles Projekt". (APA, red, 31.7.2016)

  • Der britische Maler Samuel Scott hielt die Explosion der "San José" in seinem Gemälde "Wager's Action off Cartagena" fest.
    foto: archiv

    Der britische Maler Samuel Scott hielt die Explosion der "San José" in seinem Gemälde "Wager's Action off Cartagena" fest.

  • Kanonenrohre der vor über 300 Jahren gesunkenen Galeone "San José".
    foto: apa/afp/culture ministry

    Kanonenrohre der vor über 300 Jahren gesunkenen Galeone "San José".

  • Unter den Überresten der "San José" sollen sich Schätze im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar befinden. Die nächsten Monaten werden zeigen, ob etwas dran ist.
    foto: apa/epa/efe / colombia ministry of culture

    Unter den Überresten der "San José" sollen sich Schätze im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar befinden. Die nächsten Monaten werden zeigen, ob etwas dran ist.

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