Salzburg nur Remis gegen WAC

30. Juli 2016, 18:05
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Die Bullen dominieren Wolfsberg, fangen sich aber durch einen kapitalen Bock von Upamecano den 1:1-Endstand ein

Salzburg – Zweites Spiel, zum zweiten Mal kein Sieg: Salzburgs Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison ist fast perfekt. Zum Auftakt der zweiten Runde gab es am Samstagnachmittag gegen den Wolfsberger AC zuhause ein mageres 1:1 (0:0). Die Situation ist aber nicht unbedingt neu, schon in der vergangenen beiden Jahren ging es mit zwei sieglosen Spielen los. Durchatmen.

Salzburg dominierte die Partie zwar über weite Strecken, tat sich aber schwer, klare Torchancen herauszuspielen. Die Führung gelang aus einem umstrittenen Elfmeter von Kapitän Jonatan Soriano (52.). Die Wolfsberger waren ungefährlicher als E-Zigaretten. Nach einem gravierenden Fehler von Dayot Upamecano gelang Philip Hellquist (82.) in der Schlussphase trotzdem der Ausgleich.

Wie schon in der ersten Bundesliga-Runde bei Sturm Graz rotierte Salzburg-Trainer Oscar Garcia bei Hochsommerhitze und der überschaubaren Kulisse von 6.259 Zuschauern durch. Und schau, Stefan Stangl gab sein Bundesliga-Debüt für Salzburg, in der Innenverteidigung spielten Upamecano und Martin Hinteregger erstmals als Duo, rechts verteidigte Stefan Lainer.

Mit Soriano und Wanderson

Kapitän Jonatan Soriano wurde nach einer Knöchelprellung rechtzeitig wieder fit. Diadie Samassekou gab im zentralen Mittelfeld sein Bundesliga-Debüt. Zunächst nur auf der Bank saß Neuzugang Wanderson, für den die Spielberechtigung kurz vor dem Spiel eintraf. Ganz anders WAC-Trainer Heimo Pfeifenberger: er schickte die gleiche Startformation wie bei der 0:1-Auftaktniederlage in Altach auf das Feld.

Noch vor dem Anpfiff wurde Salzburg-Neuzugang Munas Dabbur von der Schweizer Super League als Torschützenkönig der vergangenen Saison geehrt. Das gab dem Israeli Auftrieb, er kam in der ersten Halbzeit gleich zu mehreren Chancen, war aber nicht erfolgreich.

Eine weitere Möglichkeit vergab Lainer mit einem Schuss von rechts im Strafraum (Minute 13). Nach der Pause änderte sich am Einbahnstraßen-Kick wenig – auch Dabbur blieb eine spielbestimmende Figur und war an der Salzburger Führung beteiligt. Er holte in einem Zweikampf mit Joachim Standfest (ja, der spielt wirklich immer noch) im Strafraum geschickt einen lächerlichen Elfmeter heraus, indem er mit dem Fuß beim WAC-Routinier einhakte. Den Strafstoß verwandelte Soriano in der 52. Minute wie immer staubtrocken. Selbst Schiedsrichter Julian Weinberger hatte nach dem Spiel im Interview mit "Sky" ein Einsehen: "Nach Durchsicht der Bilder muss ich sagen, dass es eine Fehlentscheidung war. Für mich ist es natürlich ärgerlich, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen."

Aus dem Nichts

Mit dieser Führung gaben sich die Salzburger zufrieden und ließen es einmal gut sein. Einen Schuss von Soriano parierte Kofler (56.), ein weiterer Treffer von Soriano nach Vorarbeit des eingewechselten Wanderson wurde wegen Abseits nicht gegeben (78.).

Der WAC wurde zart offensiver, blieb zunächst aber ineffektiv. Der Ausgleich gelang aber dank eines kapitalen Fehlers von Upamecano doch noch. Der Innenverteidiger fuhr an einer brutal harmlosen Flanke von Standfest ohne Not vorbei, Hellquist stand plötzlich alleine vor Tormann Alexander Walke, war aber nicht schockiert und schupfte den Ball ins kurze Eck.

Die größte Chance auf den Siegtreffer hatten in der 93. Minute aber immerhin noch Salzburg. Soriano legte für Wanderson ab, Kofler parierte aber grandios. (APA, vet, 30.7.2016)

Fußball-Bundesliga (2. Runde):

Red Bull Salzburg – Wolfsberger AC 1:1 (0:0). Wals-Siezenheim, Red Bull-Arena, 6.259, SR Weinberger.

Tore: 1:0 (52.) Soriano (Elfmeter), 1:1 (82.) Hellquist

Salzburg: Walke – Lainer, Upamecano, Hinteregger, Stangl – Samassekou (65. Laimer), Bernardo, Berisha – Lazaro (62. Wanderson), Soriano, Dabbur (78. Rzatkowski)

WAC: Kofler – Standfest, Sollbauer (62. Offenbacher), Rnic, Baldauf – Zündel, Hüttenbrenner, Tschernegg, Klem – Wernitznig (62. G. Nutz), Prosenik (68. Hellquist)

Gelbe Karten: Sollbauer,Tschernegg

Stimmen

Oscar Garcia (Trainer Salzburg): "Das war für mich ein typisches Spiel, wo der Gegner zwei Chancen hat, ein Tor macht, und dann ein Remis herauskommt, weil wir aus sehr vielen Chancen zu wenig Tore gemacht haben."

Heimo Pfeifenberger (Trainer WAC): "Wir sind sehr glücklich über diesen Punkt gegen einen so starken Gegner. Zuerst Altach und dann Red Bull Salzburg auswärts ist alles andere als eine leichte Auslosung. In der ersten Halbzeit waren wir offensiv nicht gut, das hat sich in der zweiten Halbzeit auch dank der Wechsel verbessert. Und daher haben wir uns diesen Punkt auch verdient. Vor allem, weil der Elfmeter gegen uns meiner Meinung nach keiner war."

Munas Dabbur (Spieler Salzburg): "Wir sind erst am Anfang der Saison und müssen uns noch besser kennenlernen. Trotzdem haben wir uns genügend Chancen herausgespielt, wir müssen aber mehr davon nützen." Über den Elfmeter: "Es war klar ein Kontakt da, und ich konnte den Ball danach nicht mehr kontrollieren, daher war es ein Elfmeter."

Joachim Standfest (Spieler WAC), über den Elfmeter: "Der Verteidiger darf nie den Weg zum Tor aufmachen. Für mich war es ganz klar kein Elfmeter, weil von mir keine Bewegung zum Gegner ausgegangen ist."

  • Salzburg hat einen Sieg durch fehlende Konzentration hergeschenkt.
    foto: apa/krug

    Salzburg hat einen Sieg durch fehlende Konzentration hergeschenkt.

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