Unicef nimmt nach Angriff Arbeit im Nordosten Nigerias wieder auf

30. Juli 2016, 10:34
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UNO-Kinderhilfswerk will sich durch "herzlose Attacke" auf Hilfskonvoi nicht abschrecken lassen

Abuja – Zwei Tage nach einem Angriff auf einen Hilfskonvoi im Nordosten Nigerias nimmt das UNO-Kinderhilfswerk Unicef-seine Hilfslieferungen wieder auf. Unicef arbeite bereits wieder "mit voller Stärke" in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaats Borno, erklärte die Unicef-Vertreterin in Nigeria, Jean Gough, am Freitagabend.

Die Helfer dürften sich durch die "herzlose Attacke" nicht davon abbringen lassen, den mehr als zwei Millionen notleidenden Menschen in Borno zu helfen.

Der Hilfskonvoi, in dem Helfer von Unicef, vom UNO-Bevölkerungsfonds (UNFPA) und von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mitfuhren, war am Donnerstag attackiert worden. Fünf Menschen wurden verletzt, darunter auch zwei Soldaten, die den Konvoi begleitet hatten. Die nigerianische Armee machte die Islamistengruppe Boko Haram für den Angriff verantwortlich. Nach dem Anschlag setzte Unicef seine Arbeit in der Region vorübergehend aus.

Fast eine Viertelmillion Kinder mangelernährt

Boko Haram kämpft seit dem Jahr 2009 gegen die nigerianische Regierung und für einen islamischen Gottesstaat im Nordosten des Landes. Seitdem wurden mindestens 20.000 Menschen getötet und mehr als 2,6 Millionen vertrieben. Der Konflikt weitete sich mittlerweile auch auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger aus, deren Armeen sich am Kampf gegen Boko Haram beteiligen.

Die UNO warnte im Mai, dass rund um den Tschad-See an der Grenze von Nigeria, Tschad, Kamerun und Niger 9,2 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittel benötigten. Manche Gebiete in Borno waren eineinhalb Jahre nicht zu erreichen. Nach Schätzungen von Unicef sind allein in dem nordöstlichen Bundesstaat fast eine Viertelmillion Kinder schwer mangelernährt. Wenn sie nicht schnell behandelt werden, könnte jedes fünfte von ihnen sterben. (APA, 30.7.2016)

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