Washington – Die Hacker-Attacken gegen die US-Demokraten sind anscheinend noch umfassender als bisher gedacht. Nach Informationen des Senders CNN untersucht das Bundeskriminalamt FBI jetzt auch einen illegalen Zugriff auf Wählerdaten, die im System des Parteivorstandes gespeichert waren.

Diese Informationen dienen zur Analyse von Wählerstrukturen und wurden auch vom Wahlkampflager der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton genutzt.

Vor einer Woche hatte die Enthüllungsplattform Wikileaks gehackte E-Mails von Mitgliedern und Mitarbeitern des Parteivorstandes veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass das Führungsgremium im Vorwahlkampf stark zugunsten Clinton und somit gegen ihren Rivalen Bernie Sanders voreingenommen war. Die Enthüllungen hatten den Auftakt des Parteitages der Demokraten überschattet.

Verbindung nach Russland vermutet

Wie außerdem am Freitag bekannt wurde, hat es auch auf das Wahlkampfkomitee DCCC eine Cyberattacke gegeben. Der Vorfall werde untersucht, sagte eine Sprecherin. Das DCCC unterstützt demokratische Politiker, die sich um einen Sitz im Repräsentantenhaus bewerben, im Wahlkampf.

Clintons Wahlkampfteam und IT-Experten glauben, dass Russland hinter den Hacker-Angriffen steckt. Auch US-Präsident Barack Obama hatte kürzlich in einem NBC-Interview nicht ausgeschlossen, dass Moskau auf diese Weise versucht, den Wahlkampf zu beeinflussen. (APA, dpa, 30.7.2016)