Wiener Kindergärten: Schwebezustand verlängert

Kommentar29. Juli 2016, 17:25
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Das Krisenmanagement hätte deutlich aktiver ausfallen müssen

Mit Ruhm bedeckt hat sich die Stadt Wien im Förderskandal um den Privatkindergartenverein AltWien nicht gerade. Die Verschiebung der Entscheidung ist nichts anderes als die Prolongierung eines Schwebezustands, das Krisenmanagement hätte deutlich aktiver ausfallen müssen. Die Stadtverwaltung kann in einem Konfliktfall, der schlimmstenfalls damit endet, dass tausende Kinder neue Plätze brauchen, nicht die Information darüber dem Betreiber überlassen.

Es ist erstaunlich, dass gerade die Stadt Wien, die sonst in kommunalen Angelegenheiten (fast) alles zur Sache der Stadt macht, ausgerechnet bei der Betreuung der Kleinsten überdurchschnittlich oft auf private Betreiber zurückgreift, denen sie dann mit Förderungen unter die Arme greift.

Da ist seit der Einführung des Gratiskindergartens 2009 auch Missbrauch passiert – in welchem Ausmaß, wird man erst sehen. Die Rathaus-Opposition hat das zu Recht kritisiert, und auch die rasante Einführung, weil Michael Häupl ein Wahlkampfzuckerl gebraucht hat.

Dennoch: Nirgendwo sonst ist die Versorgungsquote mit Betreuungsplätzen, auch für kleinste Kinder, so hoch wie in Wien. Nirgendwo sonst können sich wirklich alle einen Kindergartenplatz leisten. Und nirgendwo sonst in Österreich haben Eltern, die lange, auch im Sommer, arbeiten müssen, so wenige Betreuungssorgen wie in Wien. Das muss man, bei aller Kritik, auch einmal erwähnen. (Petra Stuiber, 29.7.2016)

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