Whistleblowerin Manning: Nach Suizidversuch härtere Strafe

29. Juli 2016, 13:17
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Bürgerrechtsorganisation ACLU äußert heftige Kritik am Vorgehen der US-Behörden

Der Whistleblowerin Chelsea Manning, die zahlreiche Dokumente über US-Kriegsgräuel an Wikileaks übergeben hatte, droht nach einem Suizidversuch eine drakonische Bestrafung. Manning wurde für den Verrat von Staatsgeheimnis zu einer Haftstrafe von 35 Jahren verurteilt, daran könnten nun neun weitere Jahre angehängt werden. Außerdem droht Manning die Einstufung als "Hochsicherheits-Häftling", was Einzelhaft und keine Möglichkeit zur Bewährung bedeutet.

"Für Schmerz bestraft"

Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) nannte die möglichen Konsequenzen laut Guardian "äußerst besorgniserregend". Chelsea Manning leide wegen ihrer Geschlechtsumwandlung an psychischem Stress, die schlechten Haftbedingungen und fehlende Möglichkeiten zur Behandlung ihrer Beschwerden sorgten für den Suizidversuch, sagt die ACLU. Sie werde nun "für den Schmerz bestraft, den die tiefsten Depressionen seit ihrer Verhaftung auslösten", sagt die ACLU.

Manning wurde mit einer harten Strafe belegt, obwohl sie Kriegsverbrechen der USA aufdeckte. Unter dem US-Präsidenten Barack Obama wurde ein strikter Kampf gegen Whistleblower geführt. Laut unabhängigen Organisationen soll die Pressefreiheit in den USA auf einem niedrigeren Niveau als vor wenigen Jahren noch sein. (red, 29.7.2016)

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Guardian

Nachlese

Whistleblowerin Chelsea Manning: Berichte über Suizidversuch

Notrufnummern im Krisenfall

Rat und Hilfe bietet die Psychiatrische Soforthilfe. Unter dieser Nummer erhalten Sie qualifizierte und rasche Hilfestellung rund um die Uhr: 01/313 30 (täglich 0-24 Uhr)

Kriseninterventionszentrum 01/406 95 95 (Mo-Fr 10-17 Uhr)

Rat und Hilfe bei Suizidgefahr 0810/977 155

Sozialpsychiatrischer Notdienst 01/310 87 79 oder 01/310 87 80

Österreichweite Telefonseelsorge (rund um die Uhr, kostenlos) 142

  • Chelsea Manning wird von vielen Netzaktivisten als Whistleblowerin verehrt
    foto: reuters/nouvelage

    Chelsea Manning wird von vielen Netzaktivisten als Whistleblowerin verehrt

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