Admira unterliegt in kuriosem Match Liberec

29. Juli 2016, 10:22
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In der Südstadt gingen beim 1:2 zwischen der Admira und Slovan Liberec gleich dreimal die Lichter aus. Rot nach Tätlichkeit für Vastic

Maria Enzersdorf – Für Admira Wacker war die Rückkehr in die Südstadt nicht von Erfolg gekrönt. Im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League setzte es gegen Slovan Liberec mit 1:2 die erste Niederlage der Saison für die Admira. Mit gleich drei Ausfällen des Flutlichts war das Spiel aus organisatorischer Sicht für die Admira zudem eine Blamage.

Denn das Spiel musste in der zweiten Halbzeit gleich dreimal wegen des Ausfalls der Flutlichtanlage für insgesamt rund 45 Minuten unterbrochen werden. Davor war die Mannschaft von Trainer Oliver Lederer früh durch Christoph Knasmüllner in Führung (7.) gegangen, Liberec hatte aber wenig später durch ein sehenswertes Tor von Vuch (11.) ausgeglichen. Nach der ersten Unterbrechung erzielte Vuch in der 69. Minute auch den Siegtreffer für Liberec. Das Rückspiel steigt am kommenden Mittwoch (18.00 Uhr) in Liberec.

Baros zunächst nur auf der Bank

Bei den Gästen aus Tschechien saß der prominenteste Neuzugang Milan Baros, EM-Torschützenkönig von 2004, zu Spielbeginn nur auf der Bank. Er wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Bei Admira Wacker gab Manuel Kuttin im Tor nach dem Abgang von Jörg Siebenhandl zu den Würzburger Kickers sein Europacup-Debüt.

Für Slovan war es das erste Pflichtspiel der Saison, dennoch spielten die Tschechen von Beginn an engagiert nach vorne. Das frühe Tor gelang aber den Gastgebern. In der 7. Minute bediente Solospitze Dominik Starkl Knasmüllner in halblinker Position im Strafraum, der spielte sich mit einem schönen Haken frei und schob zur Führung für die Admira in die lange Ecke ein.

Sehenswerter Fallrückzieher

Die Führung hielt aber nur kurz. In der 11. Minute gelang den Gästen mit einem sehenswerten Treffer der Ausgleich. Nach einem Abwehrversuch kam der Ball hoch in den Strafraum, Egon Vuch deckte den Ball ab und vollendete mit dem Rücken zum Tor per Fallrückzieher.

Die Tschechen waren weiterhin das aktivere Team und hatten auch die beste Chance auf die Führung. In der 24. Minute köpfelte Slovan-Kapitän Lukas Pokorny nach einem Freistoß an die Stange. Vladimir Coufal verfehlte den Abpraller nur um Zentimeter und vergab damit noch eine Großchance. Die Admira verlegte sich auch nach dem Ausgleich aufs Kontern und kam vor der Pause nur mehr mit einzelnen Vorstößen in die Nähe des Strafraums von Liberec.

Schiri-Ausfall und Lichtproblem

In der Pause war das Spiel für Schiedsrichter Halis Özkahya wegen Wadenproblemen bereits beendet, er wurde durch seinen Landsmann Ali Palabiyik ersetzt. Der erste Aufreger der zweiten Halbzeit passierte außerhalb des Spielfeldes, das Flutlicht in der BSFZ-Arena fiel in der 56. Minute aus. Nach etwas mehr als einer halben Stunde Dunkelheit war das technische Problem scheinbar behoben und das Spiel wurde fortgesetzt.

Die Admira verkraftete den Zwischenfall zunächst etwas besser und kam durch Schüsse von Knasmüllner und Starkl zu Chancen. Mit dem ersten gelungenen Angriff der zweiten Halbzeit gelang Liberec die Führung. Nach einer Flanke von Coufal sprang der Ball in der 69. Minute von der Schulter Vuchs zunächst an die Stange, den Abpraller verwandelte Vuch zum 2:1 für die Gäste.

Rot für Vastic

Die Tschechen ließen sich auch von zwei weiteren Ausfällen des Flutlichts nicht beirren und den Sieg nicht mehr nehmen. In der 74. Minute fiel die Beleuchtung noch einmal für knapp zehn Minuten aus, kurz vor dem Schluss gab es noch einmal einen fünfminütigen Lichtausfall. Während diesem Zwischenfall fuhr der eingewechselte Toni Vastic einem Gegenspieler mit der Hand ins Gesicht und sah für diese Tätlichkeit in der 90. Minute die Rote Karte. (APA, 29.7.2016)

FC Admira Wacker Mödling – FC Slovan Liberec 1:2 (1:1)
BSFZ-Arena, 2.250 Zuschauer, SR Özkahya (TUR, wegen Verletzung ersetzt durch Palabiyik, TUR, 46.)

Tore:
1:0 ( 7.) Knasmüllner
1:1 (11.) Vuch
1:2 (69.) Vuch

Admira: Kuttin – Zwierschitz, Strauss, Wostry, Ebner – Lackner, Toth (58. Vastic) – Sax, Knasmüllner, Bajrami (58. Spiridonovic) – Starkl

Liberec: Dubravka – Coufal, Hovorka, Pokorny, Sykora – Bartl (79. Nitriansky), Breite – Sevcik, Folprecht, Vuch (87. Navratil) – Komlitschenko (60. Baros)

Rote Karte: Vastic (90./Tätlichkeit)

Gelbe Karten: Toth, Vastic, Strauss bzw. Breite

Stimmen

Oliver Lederer (Admira-Trainer): "Es tut mir leid für alle, die gekommen sind und am TV dabei waren. Es war in der zweiten Hälfte kein Rhythmus mehr drinnen. Das war kurios, das müssen wir ausblenden und richtig analysieren, um im Rückspiel vielleicht noch die Sensation zu schaffen. Wir waren in puncto Zweikampfführung ein bisschen grün hinter den Ohren, das war heute ein bisschen der Schlüssel."

Thomas Ebner (Admira-Spieler): "Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Das hat keiner von uns erlebt, und das will auch keiner wieder erleben. Die erste Unterbrechung war ziemlich lange, da kommt man schon aus dem Spiel raus. Optimal ist es natürlich nicht. Die ersten 20 Minuten haben wir uns etwas die Schneid abkaufen lassen. In der zweiten Hälfte haben wir gut in die Partie gefunden."

Ernst Baumeister (Admira-Sportdirektor) zu den drei Lichtausfällen: "Das habe ich noch nie erlebt. Auch wenn wir nichts dafür können, ist das in einem internationalen Spiel peinlich."

  • Die lange Nacht des Fußballs in der Südstadt.
    foto: apa/herbert neubauer

    Die lange Nacht des Fußballs in der Südstadt.

  • Für die Admiraner (rechts) gab es nur wenig Spaß im Spiel gegen Liberec.
    foto: apa/herbert neubauer

    Für die Admiraner (rechts) gab es nur wenig Spaß im Spiel gegen Liberec.

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