"Wir kämpfen für uns und die Daheimgebliebenen"

28. Juli 2016, 18:21
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Ein Teil des russischen Olympia-Teams ist nach Rio geflogen – Größe des Aufgebots ist noch nicht fix

Moskau – "Ich bin sicher, wir werden triumphieren", sagte Alexander Schukow, Chef von Russlands Olympia-Komitee, ehe ein großer Teil des russischen Teams am Donnerstag Richtung Rio abhob. Wie viele Russen bei den Spielen sporteln, ist nach dem IOC-Bann für Ex-Doper noch nicht fix. Schukow rechnet mit 270 Athleten. Neben den Leichtathleten wurden bis Donnerstag 40 weitere Sportler für Rio gesperrt.

Die Sportler forderte Schukow auf, ihren "Kampfgeist" zu wahren und Provokationen sowie Andeutungen aller Art zu ignorieren. "Sie haben uns wütend gemacht. Wir werden noch härter kämpfen, um zu zeigen, dass man Russlands Willen nicht brechen kann, und wir kämpfen für die Athleten, die nicht mitfliegen dürfen", sagte die Handball-Teamspielerin Polina Kusnezowa der Nachrichtenagentur AFP. Volleyball-Nationaltrainer Alexej Korolew sagte: "Wir kämpfen für uns selbst und die Daheimgebliebenen."

Eine der prominentesten Rio-Abwesenden ist die Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa. Der offiziellen Verabschiedung des Teams im Kreml am Mittwoch durfte sie, ebenso wie andere Leichtathleten, dennoch beiwohnen. In offizieller Olympiakleidung, versteht sich. Am Donnerstag verriet Issinbajewa via Instagram, wer bei der Eröffnungsfeier in einer Woche Russlands Fahne tragen wird. "Es ist ein großartiger Athlet und Olympiasieger: Volleyballspieler Sergej Tetjuchin."

Die Volleyballer haben die Starterlaubnis vom internationalen Verband (FIVB) mittlerweile erhalten. Einige Fachverbände tun sich weiter schwer mit der Entscheidung, welche russischen Sportler in Rio teilnehmen dürfen. Bis Donnerstagnachmittag hatten sich sechs Verbände noch nicht zu ihrer Vorgehensweise geäußert. Das IOC hatte am Sonntag trotz nachgewiesenem Staatsdoping auf einen Komplettausschluss Russlands verzichtet und die Entscheidung den einzelnen Dachverbänden überlassen.

IOC-Ehrenmitglied Witali Smirnow sieht indes den Einfluss Russlands in vielen Verbänden als "beschädigt" an. Der 81-Jährige steht künftig dem von Staatspräsident Wladimir Putin neu gegründeten Anti-Doping-Ausschuss vor. (sid, rie, 28.7.2016)

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