Clinton entdeckt E-Mail-Affäre für ihren Wahlkampf

28. Juli 2016, 16:51
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Trump hatte Russland aufgefordert, Clintons E-Mails zu hacken – Clinton-Unterstützer: "Gleichwertig mit Verrat"

Ihren parteiinternen Gegner ist Hillary Clinton nun zwar los, die E-Mail-Affären aber noch lange nicht. Allerdings hat die demokratische Präsidentschaftskandidatin nun womöglich einen Dreh gefunden, um die Krise rund um ihre Online-Kommunikation als Außenministerin ebenso zu ihrem eigenen Wahlkampf-Vorteil einzusetzen, wie jene um 20.000 gehackte E-Mails aus der Demokratischen Parteiorganisation DNC.

Die Gelegenheit dazu eröffnete ihr ausgerechnet Konkurrent Donald Trump. Der hatte zu Gerüchten, wonach Russland in die interne Kommunikation des DNC eingedrungen war, um so seinen Wahlkampf zu unterstützen, ungewöhnlich reagiert. Zwar streitet Trump ab, selbst hinter den neuen "DNC-Leaks" zu stehen, die Parteichefin Debbie Wasserman Schultz kurz vor dem Parteitag den Job gekostet haben – doch für den Angriff hatte er dennoch auch lobende Worte bereit.

Zudem forderte er Russland und China auf, "falls Sie sie haben", jene rund 30.000 vertraulichen E-Mails aus der Kommunikation Hillary Clintons zu veröffentlichen, die diese in ihrer Zeit als Außenministerin womöglich rechtswidrig über ihren privaten Server statt über jenen des Außenministeriums gesendet und später gelöscht hatte: "Russland, wenn Sie zuhören, dann hoffe ich, Sie schaffen es, die fehlenden 30.000 Mails zu finden!", sagte Trump.

"Gleichwertig mit Verrat"

Die Empfehlung an andere Staaten, die vertrauliche Kommunikation einer amerikanischen Außenministerin zu hacken, nahmen die demokratischen Wahlkämpfer dankbar auf: "Gefährlich und unverantwortlich" sei es, den eigenen Wahlkampf vor das Wohl des Landes zu stellen, sagte etwa Senator Ben Cardin. Auch unter Konservativen gab es Kritik. William Inboden, unter George W. Bush Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, sagte, die Aussagen seien "gleichwertig mit Verrat".

Trump fühlte sich auf Fox News derweil zu einer Klarstellung genötigt. Die Aussagen seien "natürlich sarkastisch" gewesen. (red, 28.7.2016)

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