Papst besuchte Polens Nationalheiligtum Tschenstochau

28. Juli 2016, 15:55
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Messe zum 1.050. Jahrestag der Christianisierung Polens

Tschenstochau – Papst Franziskus hat am zweiten Tag seiner Polen-Reise den Wallfahrtsort Tschenstochau besucht und vor der Schwarzen Madonna gebetet. Am Nationalheiligtum Polens jubelten ihm am Donnerstag zehntausende fähnchenschwenkende Pilger zu, die auch an der anschließenden Messe teilnahmen, die dem 1.050. Jahrestag der Christianisierung Polens gewidmet war. Diese wird traditionell mit der Taufe von Fürst Mieszko I. im Jahr 966 angesetzt.

Einen kurzen Schrecken jagte der Papst den Pilgern ein, als er zu Beginn der Open-Air-Messe an einem Absatz stolperte und stürzte. Der 79-Jährige konnte sich jedoch mithilfe von zwei Begleitern rasch wieder aufrichten und hielt anschließend augenscheinlich unverletzt die Predigt.

Dabei prangerte er das Streben nach Einfluss und Macht an und ermutigte die Menschen, sich wie Gott "klein" zu machen, Demut zu zeigen sowie Nächstenliebe und Barmherzigkeit zu praktizieren. Er beschäftigte sich auch mit der Rolle der Muttergottes als Vorbild. "Sie ist weder Herrin noch Hauptdarstellerin, sondern Mutter und Dienerin."

Camping vor Ort

Wegen schlechten Wetters kam Franziskus von Krakau aus mit dem Auto und nicht wie zunächst geplant mit dem Hubschrauber in das rund 120 Kilometer entfernte Tschenstochau. Zahlreiche Katholiken, darunter viele Kinder, hatten an dem weltweit bekannten Wallfahrtsort über Nacht gecampt, um den Papst zu sehen, der mit dem Papamobil zum Kloster Jasna Gora vorfuhr und die Pilger grüßte.

Gegen Mittag wollte Franziskus nach Krakau zurückkehren, wo er am Weltjugendtag (WJT) teilnimmt. Dort wollte er gemeinsam mit 15 behinderten Jugendlichen in einer Straßenbahn durch die Stadt fahren. Anschließend war ein Treffen mit den WJT-Teilnehmern geplant. Zu der großen Begrüßungszeremonie im Blonia-Park nahe der Altstadt wurden Zehntausende Menschen erwartet. Am Weltjugendtag nehmen bis Sonntag Pilger aus 187 Staaten teil, darunter mindestens 3.000 aus Österreich.

Kritik an Flüchtlingspolitik Polens

Zum Auftakt seines fünftägigen Polen-Besuches hatte Franziskus am Mittwoch die national-konservative Regierung des EU-Landes zur Aufnahme von Flüchtlingen aufgefordert. In einem nicht öffentlichen Treffen am Abend mit den polnischen Bischöfen differenzierte er laut Kathpress: Für die Aufnahme von Flüchtlingen müssten stets die Gegebenheiten eines Landes berücksichtigt werden. Es gebe keine Formel dafür, wie man sich gegenüber Flüchtlingen verhalten müsse; dies hänge von den jeweiligen Ländern und deren Möglichkeiten und Kultur ab, schilderte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi das Gespräch. Es sei jedoch wichtig, soweit wie möglich offen und aufnahmebereit zu sein, so der Papst laut seinem Sprecher.

"Wir müssen Hilfe leisten, aber gleichzeitig unsere Bürger schützen", sagte Ministerpräsidentin Beata Szydlo dazu am Mittwochabend. "Es gibt nichts Wertvolleres als Sicherheit, und das ist ein Problem, mit dem Europa gerade nicht zurechtkommt", sagte Szydlo.

Am Freitag will Franziskus als dritter Papst nach Johannes Paul II. und Benedikt XVI. das ehemalige deutsche NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau besuchen. Dort trifft er Holocaust-Überlebende. Den Abschluss des Weltjugendtags bildet am Sonntag eine vom Papst zelebrierte Messe auf dem Veranstaltungsgelände nahe Krakau. Insgesamt werden zu dem internationalen Treffen bis zu zwei Millionen Teilnehmer erwartet, hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene. Es ist die erste Reise des argentinischen Papstes in das zutiefst katholische Polen, aus dem sein Vorvorgänger Johannes Paul II. stammte. (APA, 28.7.2016)

  • Papst Franziskus im Kloster Jasna Gora.
    foto: apa/afp/pool/stefano rellandini

    Papst Franziskus im Kloster Jasna Gora.

  • Zehntausende Menschen nahmen an der Messe von Papst Franziskus im Wallfahrtsort Tschenstochau teil. Zuvor betete er dort zur Schwarzen Madonna – das Marienbild gilt als Nationalheiligtum Polens.
    foto: apa/afp/stefano rellandini

    Zehntausende Menschen nahmen an der Messe von Papst Franziskus im Wallfahrtsort Tschenstochau teil. Zuvor betete er dort zur Schwarzen Madonna – das Marienbild gilt als Nationalheiligtum Polens.

  • Zu Beginn der Open-Air-Messe stolperte Papst Franziskus, ihm wurde aber schnell wieder aufgeholfen.
    foto: apa/afp/filippo monteforte

    Zu Beginn der Open-Air-Messe stolperte Papst Franziskus, ihm wurde aber schnell wieder aufgeholfen.

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