Moscheeräume und Wohnungen in Hildesheim durchsucht

28. Juli 2016, 10:21
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Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim soll "Hotspot der radikalen Salafistenszene" sein

Hildesheim – Die Polizei im deutschen Bundesland Niedersachsen hat Moscheeräume des Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim und Wohnungen von acht Vorstandsmitgliedern des Vereins durchsucht. Der Verein sei "ein bundesweiter Hotspot der radikalen Salafistenszene" und werde bereits seit längerer Zeit beobachtet, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch. Über Beschlagnahmungen gab es zunächst keine Informationen.

Der Verein hat sich nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden deutschlandweit zu einem Schwerpunkt salafistischer Betätigung entwickelt. Zahlreiche Moscheebesucher seien nachweislich nach Syrien und in den Irak ausgereist – unter anderem, um sich der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" anzuschließen.

Hinweise auf Radikalisierung

Demnach liegen den Sicherheitsbehörden auch Erkenntnisse vor, dass Muslime in dem Verein radikalisiert und zur Teilnahme am Jihad in den Kampfgebieten motiviert werden. In Predigten, Seminaren und Vorträgen werde zum "Hass gegenüber Ungläubigen" aufgerufen.

Die Durchsuchungen seien ein wichtiger Schritt zum Verbot des Vereins, sagte Pistorius. "Wir nehmen es nicht hin, wenn salafistische Vereine und ihre Hintermänner die bei uns geltenden Regeln ignorieren, sogar die verfassungsmäßige Ordnung infrage stellen und junge Menschen davon überzeugen wollen, sich dem selbsternannten IS anzuschließen." Das werde mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft. An der Aktion waren bis zu 400 Einsatzkräfte unter anderem der Polizeidirektion Göttingen und des Spezialeinsatzkommandos des Landeskriminalamts Niedersachsen beteiligt. (APA, 28.7.2016)

  • Polizisten am Mittwoch nahe einer Moschee in Hildesheim in Niedersachsen. Insgesamt waren rund 400 Einsatzkräfte an den jüngsten Hausdurchsuchungen beteiligt.
    foto: apa/afp/dpa/julian stratenschult

    Polizisten am Mittwoch nahe einer Moschee in Hildesheim in Niedersachsen. Insgesamt waren rund 400 Einsatzkräfte an den jüngsten Hausdurchsuchungen beteiligt.

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