Anti-IS-Koalition untersucht Berichte über zivile Opfer in Syrien

28. Juli 2016, 08:51
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Aktivisten werfen Militärallianz Tötung von 56 Menschen nahe Manbij vor

Damaskus – Nach Berichten über dutzende zivile Opfer bei Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Koalition im Norden Syriens hat die US-geführte Militärallianz eine offizielle Untersuchung eingeleitet. Nach der Auswertung "interner und externer Informationen" gebe es genügend Anhaltspunkte dafür, dass bei Angriffen am 19. Juli Zivilisten getötet worden seien.

Das sagte am Mittwoch der Sprecher der Anti-IS-Koalition, Chris Garver. Die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" hatte nach den Luftangriffen nahe der Stadt Manbij von mindestens 56 getöteten Zivilisten gesprochen, unter ihnen elf Kinder. Demnach waren sie auf der Flucht vor Kämpfern der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), die Manbij unter ihrer Kontrolle haben. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Informanten in Syrien stützt, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Koalitionssprecher Garver sagte, Schätzungen zur Opferzahl reichten von zehn bis 73 Toten. Er hatte die IS-Miliz zuvor beschuldigt, Zivilisten als "menschliche Schutzschilde" zu missbrauchen. Seit Wochen versucht eine arabisch-kurdische Koalition, die von den USA unterstützt wird, Manbij zurück zu erobern. Mehrere zehntausend Zivilisten flohen bereits vor den Kämpfen. (APA, 28.7.2016)

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