Steuerreform: Mehrheit der Bevölkerung spürt keine positiven Effekte

28. Juli 2016, 13:47
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Studie: 52 Prozent vermissen positive Auswirkungen

Wien/Zürich – Für 52 Prozent der österreichischen Bevölkerung hat die Steuerreform laut einer GfK-Studie bisher persönlich keine positiven Auswirkungen gehabt. Bei Frauen sind es sogar 59 Prozent, bei Männern 45 Prozent. 82 Prozent machen dafür steigende Preise bei Gütern des täglichen Bedarfs verantwortlich. Vor allem Frauen leiden darunter und fühlen sich schlecht abgesichert.

Neben den Preissteigerungen für die Güter des täglichen Bedarfs machen die Österreicher steigende Betriebskosten (56 Prozent), zunehmende Kosten für Gesundheit (39 Prozent) und Mieterhöhungen (32 Prozent) für die fehlenden positiven Effekte verantwortlich, geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Studie hervor.

Mehr Ausgaben für Konsum

Knapp die Hälfte jener, die Vorteile der Steuerreform spüren (46 Prozent), lassen die zusätzlichen Mittel in den Konsum fließen. Die meisten Ausgaben stehen dabei im Zusammenhang mit der Familie oder werden für Dinge ausgegeben, die man sich früher nicht leisten konnte.

Nur zehn Prozent der Befragten können durch die steuerliche Entlastung mehr Geld sparen. Die beliebtesten Vorsorgeprodukte sind trotz niedriger Zinsen weiterhin das Sparbuch (58 Prozent), der Bausparvertrag (52 Prozent) und die Lebensversicherung (42 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr fühle sich die Bevölkerung laut den Studienautoren weit schlechter abgesichert. Vor allem Frauen würden unter der Einkommensungleichheit leiden. Durch die hohe Teilzeitquote unter Frauen – die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen in Österreich arbeitet Teilzeit – und das frühere Pensionsalter seien Frauen stark von Altersarmut bedroht, sagt Christoph Obererlacher, Geschäftsführer von Swiss Life Select, dem Auftraggeber der Studie.

Für die repräsentative Studie wurden Mitte Juni 1.000 Österreicher zwischen 15 und 65 Jahren befragt. Dabei wurde keine Unterscheidung zwischen erwerbstätigen und nicht erwerbstätigen Personen getroffen, wie Swiss Life Select auf Anfrage bestätigte. (APA, red, 28.7.2016)

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