Garcia: "Das Gute im Fußball ist, dass jeder seine Meinung haben kann"

27. Juli 2016, 14:48
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Salzburgs Trainer wehrt sich gegen Kritik nach mauer Vorstellung gegen Tirana – Ausgeschlossener Samassekou hatte erste gelbe Karte nicht mitbekommen

Salzburg/Elbasan – Mit dem 1:0 bei Partizani Tirana hat Salzburg am Dienstagabend seine weiße Weste in der Champions-League-Quali behalten, die Hoffnungen auf fußballerische Schmankerl aber einmal mehr enttäuscht. Valon Berisha, der den entscheidenden Elfer herausgeholt hatte, sprach von einem "harten Stück Arbeit", Trainer Oscar Garcia bekannte: "Wir sind nicht der FC Barcelona."

Der dritte Sieg im dritten CL-Quali-Spiel – und das ohne Gegentor – lässt die Bullen vor dem Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde am kommenden Mittwoch im neunten Anlauf weiter vom ersten Einzug in die Gruppenphase träumen. Und das völlig glanz- und humorlos durch den Elfmeter von Jonatan Soriano in der 70. Minute. Trocken fiel auch das Resümee von Außenverteidiger Christian Schwegler aus: "Wir haben uns extrem schwergetan gegen eine nicht überragende Mannschaft, die eigentlich sehr wenig fürs Spiel getan hat."

Schwegler scheute sich nicht, Klartext zu sprechen: "Man darf heute nicht zufrieden sein. Wir haben vor der roten Karte kaum Chancen herausgespielt. Wir wissen, dass wir uns gegen solche Gegner schwertun. Aber wir müssen in den nächsten Wochen für solche Gegner Lösungen finden."

Spielgenehmigung für Wanderson in Reichweite

Immerhin dürfte Sorianos Knöchelverletzung weniger schlimm sein als befürchtet. Der Stürmer war am Mittwoch wieder recht flott in Bewegung und könnte schon beim ersten Ligaheimspiel am Samstag gegen den WAC dabei sein. Zudem gibt es in der Causa Wanderson Bewegung. Salzburg darf hoffen, die provisorische Spielgenehmigung schon nächste Woche in Händen zu halten. Laut Vereinsauskunft hat die Fifa die geforderte Stellungnahme vom spanischen Verband erhalten und wird nun über die Genehmigung für die belgisch-brasilianische Neuerwerbung entscheiden.

Ein Auswärtssieg ist ein Auswärtssieg

Die Mühsal und Fehlerhaftigkeit, mit der sich Salzburg im Spielaufbau gegen einen defensiven, spielerisch limitierten Gegner herumplagte, blieb auch Coach Garcia nicht verborgen: "Es ist schwierig, in Europa auswärts zu gewinnen, sie haben Ferencvaros eliminiert. Es ist auch schwierig, Chancen gegen sie zu kreieren. Sie sind hinten sehr gut organisiert." Und, ja: "Das Gute am Fußball ist, dass jeder seine eigene Meinung haben kann." Gott sei Dank.

Garcia hatte auch eine Erklärung für den Platzverweis von Diadie Samassekou parat, der nach seinem zweiten Gelb-Foul innerhalb von fünf Minuten nach nicht einmal einer Stunde vom Platz flog (54.): Der 20-Jährige, der sein erstes internationales Spiel in Europa absolvierte, hatte seine erste Verwarnung nicht mitbekommen. "Er hat es nicht gesehen", erklärte Garcia, der dem Mittelfeldmann aus Mali den Patzer verzieh: "Wir wissen, dass junge Spieler solche Fehler machen. Wir wollten dieses Risiko auf uns nehmen, denn wir wollen unsere jungen Spieler entwickeln." (APA, red, 27.7.2016)

  • Salzburgs Trainer Oscar Garcia (re.) ist nicht beunruhigt.
    foto: apa/neubauer

    Salzburgs Trainer Oscar Garcia (re.) ist nicht beunruhigt.

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