Med-Uni Wien: Zecken gesucht!

27. Juli 2016, 11:31
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Wer von einer Zecke gestochen wird, bringt sie am besten zu den Spezialisten des Instituts für Hygiene der Med-Uni Wien. Die Tiere werden dort untersucht, die Betroffenen rasch behandelt

Das sehr warme und feuchte Wetter der vergangenen Tage ist ideal für Zecken. "Sehr viele Zecken-Nymphen sind jetzt aktiv", sagt der Immunologe und Borrelien-Forscher Gerold Stanek von der Med-Uni Wien. Die Fachleute benötigen Zecken für ihre wissenschaftlichen Arbeiten, heißt es in einer Aussendung der Med-Uni Wien.

Die Nymphe der Zecken ist die Entwicklungsstufe zwischen Larve und erwachsener Zecke und jene, die am häufigsten den "Zeckenbefall" verursacht und Krankheiten überträgt. Wohin mit dem Tierchen, wenn es sich festgesaugt hat? "Am besten zu uns und unseren Experten an die Med-Uni Wien", rät Hannes Stockinger, Leiter des Instituts für Hygiene und Angewandte Immunologie und des Zentrums für Pathophysiologie, Infektiologie und Immunologie. In einer derzeit laufenden Studie werden einerseits die Zecken selbst analysiert, aber auch die Betroffenen untersucht und rasch optimal behandelt.

Zecke und Patient werden untersucht

Betroffen sind jetzt vor allem Wanderer und Spaziergänger im Wald, aber auch Badegäste in den Auen und alle Menschen, die sich generell viel im Freien aufhalten. "Bringen Sie uns die Zecke, wir untersuchen sie auf unterschiedliche Krankheitserreger wie Borrelien, Rickettsien, Anaplasmen und Babesien. Auch seltene, unlängst neu entdeckte Erreger werden untersucht. Gleichzeitig nehmen wir Ihnen Blut ab, um festzustellen, ob überhaupt eine Infektion stattgefunden hat", sagt Studienleiter Mateusz Markowicz.

Die begleitenden Untersuchungen und Forschungen sollen in Zukunft zu noch besseren Diagnoseverfahren und Therapien führen. Ziel der Untersuchungen ist es, herauszufinden, welche Krankheitserreger in Zecken generell vorkommen und wie hoch das Risiko der Übertragung auf den Menschen ist. Zecken können entweder noch in der Haut steckend, aber auch bereits entfernt mitgebracht werden.

"Nur keine Panik, wenn man eine Zecke hat", rieten die Experten. "Man kann das selbst machen und kann ruhig auch mal eine Nacht warten, ehe man in unsere Ambulanz kommt." Beim Entfernen sollte man die Zecke mit einer Pinzette so nah wie möglich an der Haut, an ihren Mundwerkzeugen, packen und sie ruckartig herausziehen. Geübte Personen können das auch mit den Fingern. (APA, 27.7.2016)

  • Die MedUni Wien untersucht Zecken um herauszufinden, welche Erreger in Zecken vorkommen und wie hoch das Risiko der Übertragung auf den Menschen ist.
    foto: ap

    Die MedUni Wien untersucht Zecken um herauszufinden, welche Erreger in Zecken vorkommen und wie hoch das Risiko der Übertragung auf den Menschen ist.

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