Eiweißstoff als mögliche Ursache für Asthma-Probleme identifiziert

27. Juli 2016, 11:14
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In Großbritannien forschender Österreicher sieht Atemwegsveränderungen an der Wurzel des Leidens – Entzündungsreaktionen kämen erst danach

Wien – Bei Asthmapatienten sind die Atemwege verändert, ständig entzündet und sie leiden oft an Atemnot. Ein in Großbritannien tätiger österreichischer Forscher hat mit Kollegen herausgefunden, dass ein Eiweißstoff namens ADAM33 eine der Wurzeln des Übels ist. Könnte man ihn in Schach halten, könnte man die Krankheit in den Griff bekommen, so die Forscher im "Journal of Clinical Investigation Insight".

Normalerweise ist ADAM33 ("a disintegrin and metalloprotease domain-33") an Muskelzellen in den Atemwegen befestigt. Welche Funktion der Eiweißstoff dort hat, ist noch unbekannt, sagt der gebürtige Österreicher Hans Michael Haitchi, der an der University of Southampton forscht. Löst er sich jedenfalls von seinem angestammten Platz, kann er als "Abweichler" durch die Lunge wandern und dort Probleme verursachen, berichten die Forscher. Er führt zunächst dazu, dass sich rund um die Atemwege mehr Muskeln und Blutgefäße bilden.

"Bisher hat man gedacht, dass dies eine Folge der Entzündungen ist, die durch allergische Reaktionen ausgelöst werden", so Haitchi. Laut der Studie sei es jedoch umgekehrt: Erst die Atemwegsveränderungen durch das abweichlerische ADAM33 begünstigen die allergische Entzündungsreaktionen und spastische Bewegungen der Atemwege. Ohne diese ADAM33-Form würde auch Hausstaubmilben-Allergene signifikant seltener Asthma auslösen, schrieben die Forscher.

"Wir glauben daher, dass man Asthma verhindern kann, wenn man unterbindet, dass ADAM33 'abweichlerisch' wird oder seine Aktivität in diesem Fall blockiert", meinte Haitchi. Mit einer solchen Therapie könnte man das Übel viel näher an der Ursache bekämpfen als mit den herkömmlichen, entzündungshemmenden Therapien. (APA, red, 27. 7. 2016)

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