Pokémon in Fukushima-Kernkraftwerken entdeckt: Regierung warnt

27. Juli 2016, 10:04
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Betreiber Tepco bat Niantic Fukushima aus "Pokémon Go" als Spielstätte zu entfernen

Mit dem offiziellen Start von "Pokémon Go" in Japan folgt die nächste Warnung um den neuen Smartphone-Hit. Der Konzern Tokyo Electric Power Company Holdings (Tepco) hat Entwickler Niantic gebeten, keine Monster im verstrahlten Gebiet von Fukushima auftauchen zu lassen. Spieler könnten das verstrahlte Gebiet betreten und sich so in Gefahr bringen.

Pokémon im zerstörten Kernkraftwerk

Tepco habe bei den Anlagen Fukushima Daiichi, Fukushima Daini und Kashiwazaki-Kariwa selbst bei Tests Pokémon vor Ort entdeckt. Das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi war 2011 nach einem Erdbeben und einem darauffolgenden Tsunami stark beschädigt worden. Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima, sagte laut dem "Guardian", dass es schlecht sei wenn Spieler auf der Jagd nach Pokémons die Anlagen oder Evakuierungszonen betreten und man überlege, wie man darauf aufmerksam machen könnte.

Auch das Auftauchen von Pokémon im Nagasaki Friedenspark sorgte für Kritik. Die Stadtregierung bat Niantic die Gedenkstätte für die Opfer des Atombombenabwurfs durch die USA im Jahr 1945 nicht als Spielfläche einzusetzen. Niantic versprach Änderungen am Spiel.

Bundeswehr warnt vor Spionen

Zahlreiche Zwischenfälle haben dazu geführt, dass Behörden und Organisationen rund um den Globus Warnungen zu "Pokémon Go" ausgesprochen haben. Die deutsche Bundeswehr fiel nun mit einer eher skurrilen Sorge auf: Spione könnten sich als Spieler tarnen und so Fotos in der Nähe militärischer Sperrgebiete aufnehmen. (red, 27.7.2016)

  • Auch im zerstörten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wurden Pokémon entdeckt. (Im Foto: Journalisten und Tepco-Mitarbeiter bei einem Lokalaugenschein in Fukushima Daiichi im März.)
    foto: reuters/toru hanai

    Auch im zerstörten Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wurden Pokémon entdeckt. (Im Foto: Journalisten und Tepco-Mitarbeiter bei einem Lokalaugenschein in Fukushima Daiichi im März.)

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