RZB-Stress beim Banken-Stresstest

26. Juli 2016, 18:27
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Der Verkauf einer Uniqa-Beteiligung und die damit verbundene Stärkung des Kernkapitals wird das Ergebnis des Stresstests nicht mehr verbessern

Wien – Die Raiffeisen Zentralbank verbessert mit dem Verkauf eines großen Uniqa-Aktienpakets an die Uniqa Privatstiftung ihre Kapitalbasis. Auf das für Freitag erwartete Stresstestergebnis der Europäischen Bankenaufsicht EBA wird die Transaktion allerdings keine Auswirkungen mehr haben. Hier gilt der 31. 12. 2015 als Stichtag. Beobachter gehen davon aus, dass die RZB bei dem Screening schlecht abschneiden dürfte.

Konkret wird die Raiffeisen Landesbanken Holding gestresst, die als Spitzenholding fungiert. Unter ihr sind u. a. die RZB sowie deren Mehrheitsbeteiligung Raiffeisen Bank International angesiedelt. Eine RZB-Sprecherin meinte, es sei kein Geheimnis, dass die Kapitalquote des Bankenriesen nicht die beste sei und das Stresstestergebnis daher "nicht sonderlich gut" ausfallen werde.

Größerer Kapitalpolster

Allerdings seien in der Zwischenzeit zahlreiche Maßnahmen eingeleitet oder umgesetzt worden, die den Kapitalpolster vergrößern. Dazu zählen die Redimensionierung der RBI und mehrere Verkäufe, wie beispielsweise des Hilton Hotels am Wiener Stadtpark und jetzt eben der Uniqa-Beteiligung. Bei letzterer Transaktion wird die Kernkapitalquote um 0,4 Prozentpunkte gestärkt. Im Gegenzug fallen aber laufende Einnahmen aus der Dividende weg. Auf ihre Beteiligung am Versicherungskonzern hatte die RZB für das Jahr 2015 eine Ausschüttung von 40,7 Millionen Euro erhalten, im Jahr davor waren es 34 Millionen Euro gewesen.

Beim Stresstest prüft die EBA 51 europäische Banken, in Österreich neben der RZB-Mutter auch die Erste Group. Untersucht wird, ob die Geldhäuser genügend Kapitalpuffer haben, um einen Absturz der Wirtschaft und einbrechende Immobilienpreise zu verkraften. Die Szenarien sehen massive wirtschaftliche Schocks in Europa vor: Für dieses und nächstes Jahr eine um 1,2 Prozent bzw. 1,3 Prozent schrumpfende Wirtschaft, für 2018 lediglich 0,7 Prozent Wachstum. Neu ist, dass Rechtsrisiken einbezogen werden – etwa Strafen. Im Unterschied zu früheren Tests gibt es diesmal keine Schwelle, bei deren Unterschreiten die Institute durchfallen. 2014 waren 24 von 123 Banken durchgefallen. (as, 26.7.2016)

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