Syrische Nusra-Front soll vor Abspaltung von Al-Kaida stehen

26. Juli 2016, 16:57
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Gerüchte kursieren seit längerem, eine offizielle Bestätigung steht noch immer aus

Idlib – Tut sie es, oder tut sie es nicht: Seit Wochenbeginn wird auf ein Statement des Chefs der syrischen Nusra-Front, Abu Mohammed al-Golani, gewartet, in dem er angeblich die Loslösung seiner Organisation von der Al-Kaida bekanntgeben will. Meldungen über eine Spaltung der Nusra-Führung in dieser Frage waren bereits des Längeren umhergegeistert. Die offizielle Bestätigung, dass die mächtige "Unterstützungsfront für das Volk der Levante" dem Terrorismus abschwören und zur "normalen" Rebellengruppe mutieren will, stand jedoch am Dienstagnachmittag noch immer aus.

Al-Golani ist ein früherer Weggefährte des IS-Führers Abu Bakr al-Bagdadi. Die etwa 15.000 Kämpfer zählende Nusra-Front ist neben dem "Islamischen Staat" als Terrororganisation vom (ohnehin nur mehr nominell bestehenden) Waffenstillstand in Syrien ausgenommen. Für die USA, die sich auf die Bekämpfung des IS – der früher ebenfalls zu Al-Kaida gehörte – konzentrieren, war die Nusra bisher aber kein Ziel.

Die geplante russisch-amerikanische Koordination beim Antiterrorkampf in Syrien soll jedoch Angriffe auf die Nusra-Front, die vor allem in Idlib stark ist, miteinschließen. Brett McGurk, Emissär des US-Präsidenten bei der Anti-IS-Koalition, nannte die Nusra-Front kürzlich den "größten offiziellen Zweig Al-Kaidas in deren Geschichte". (guha, 26.7.2016)

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