Festival La Strada: Eroberung der Straße

26. Juli 2016, 17:03
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Das Grazer Festival La Strada startet am Freitag mit dem schwedischen Cirkus Cirkör. Bei 78 Aufführungen von 110 ist der Eintritt frei

Graz – Verkehrspolizisten, aufgepasst! Ab Freitag werden einige Regeln auf den Straßen der Stadt außer Kraft gesetzt. Es werden Laternen erklommen und Plätze besetzt, es wird in die Luft gesprungen und Häuserfassaden hinaufgeklettert, es werden Balkone geentert (eh nur fürs Küssen), es wird der Verkehr neu geregelt, und schließlich werden am Freiheitsplatz Geschöpfe aus anderen Dimensionen ein Ballett zwischen Diesseits und Jenseits veranstalten (Mù, cinématique des fluides, 6. 8.). So steht es geschrieben – im Programm von La Strada.

Graz goes Buenos Aires

Graz darf bei diesem pulsierenden Festival auch Buenos Aires werden: Tangotanzen in der Kaiserfeldgasse.

Mit der Kunst "hinaus in die Stadt" zu gehen, hin zu den Bürgerinnen und Bürgern – das verschafft Theaterleitern gerade heiße Ohren; La Strada (Intendanz: Werner Schrempf) tut dies schon seit 19 Jahren. Straßen- und Figurentheater, Zirkuskunst und Community-Art sind seine wesentliche Sparten. 78 von 110 Veranstaltungen (dazu noch weitere in Stainz, in Weiz und auf Schloss Seggau) sind heuer bei freiem Eintritt zu besuchen.

Das Festival ist fest im EU-Netzwerk "In Situ" verwoben und beschäftigt sich auch mit Themen des Kontinents. Die französische Compagnie Rara Woulib beispielsweise spürt im Rahmen einer Prozession verlassene Gegenden der Stadt auf und sucht dort gemeinsam mit den Mitgehenden die Konfrontation mit der Leere und dem Vergessenen – wie schon im Vorjahr begleitet vom steirischen Chor nota bene.

Der schwedische Cirkus Cirkör eröffnet das neuntägige Festival am Freitag mit seiner Show Limits – und wird diese erwartungsgemäß überschreiten. An junges Publikum richtet sich etwa das musikalische Labor Planet Globokar (ab fünf Jahren) vom Theater am Ortweinplatz (TaO!). (Margarete Affenzeller, 26.7.2016)

  • Im Vorjahr entwickelt, nun erstmals zu sehen: "Dois", ein Pfeil-und-Bogen-Stück der Brüder Sartori do Vale.
    foto: nikola milatovic

    Im Vorjahr entwickelt, nun erstmals zu sehen: "Dois", ein Pfeil-und-Bogen-Stück der Brüder Sartori do Vale.

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