"Kreuzzug für Frieden" kurz vor Kiew gestoppt

26. Juli 2016, 16:47
131 Postings

Sprengstoff an geplanter Route gefunden – Orthodoxe wollen in ukrainischer Hauptstadt für Frieden beten

Kiew – Nach dem Fund von Sprengstoff ist ein umstrittener "Friedensmarsch" hunderter orthodoxer Gläubiger in der Ukraine vorübergehend vor der Hauptstadt Kiew gestoppt worden. "Die Sicherheit der Bürger steht über religiösen Ritualen", teilte Innenminister Arsen Awakow am Dienstag per Facebook mit.

Zuvor hatte die Polizei nach eigenen Angaben mehrere Handgranaten sowie Attrappen von Minen entlang der geplanten Route entdeckt. Ein Angebot der Polizei, die Pilger mit Bussen zu transportieren, lehnten diese ab.

Kritiker sehen Provokation

Die Teilnehmer des sogenannten "Kreuzzugs für den Frieden" gehören der Ukrainischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats an. Gegner des "Friedensmarschs" werten die Aktion als Provokation Moskaus. Das bilaterale Verhältnis ist unter anderem wegen Russlands Unterstützung für Separatisten in der Ostukraine zerrüttet.

Tausende Gläubige waren vor mehr als zwei Wochen in zwei Prozessionen aus dem Osten und dem Westen der früheren Sowjetrepublik Richtung Hauptstadt losmarschiert. Sie wollen an diesem Mittwoch gemeinsam in Kiew für Frieden im Land beten. 4.500 Sicherheitskräfte sollen die Kundgebung schützen. Am Montag hatten Nationalisten die Prozession bei der Kleinstadt Borispol zu einer Routenänderung gezwungen. Sicherheitskräfte mussten beide Seiten trennen. (APA, dpa, 26.7.2016)

  • Anhänger nationalistischer Gruppen blockieren in Boryspil die Marschroute.
    foto: apa/afp/sergei supinsky

    Anhänger nationalistischer Gruppen blockieren in Boryspil die Marschroute.

Share if you care.