Erdogan reist im August zu Putin

26. Juli 2016, 13:53
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Treffen am 9. August in St. Petersburg – Kremlsprecher: "Es ist das erste Treffen seit dem Zusammenbruch unserer Beziehungen"

Moskau/Ankara – Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan wollen das zerrüttete Verhältnis bei einem Treffen am 9. August in St. Petersburg wieder festigen. "Es ist das erste Treffen seit dem Zusammenbruch unserer Beziehungen. Es wird also mehr als genug Themen geben", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau.

Der türkische Vizeregierungschef Mehmet Simsek bestätigte während eines Besuchs in Moskau den Termin. Die Türkei hatte Ende November 2015 ein russisches Militärflugzeug im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen. Putin hatte daraufhin ein für Dezember in St. Petersburg geplantes Treffen mit Erdogan abgesagt und umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei erlassen. Zuletzt hatte sich das bilaterale Verhältnis aber wieder deutlich entspannt.

Reden über Projekte

Als Zeichen der Annäherung verhandelten die Vizeregierungschefs Simsek und Arkadi Dworkowitsch in Moskau über Initiativen, die von Russland nach dem Abschuss des Jets gestoppt worden waren. Es gehe insbesondere um das Projekt Turkish Stream zum Transit von russischem Erdgas durch das Schwarze Meer via Türkei nach Südeuropa, sagte Dworkowitsch der Agentur Interfax zufolge. Zudem könne Moskau den Bau des Atomkraftwerks Akkuyu fortsetzen. Das Projekt hat ein Volumen von rund 20 Milliarden US-Dollar (etwa 18 Milliarden Euro).

Russland sei zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Türkei bereit, sagte Dworkowitsch. Die angeschlagenen Beziehungen müssten schrittweise wieder aufgebaut werden. Bis zur völligen Wiederaufnahme etwa des Charterflugverkehrs von Russland in die Türkei werde es aber noch dauern, meinte der Vizeregierungschef. Die russischen Sanktionen verursachten vor allem der kriselnden türkischen Urlaubsbranche Kopfschmerzen. Nachdem Putin und Erdogan Ende Juni erstmals wieder miteinander telefoniert hatten, hob Russland die schmerzhaften Strafmaßnahmen auf. (APA, 26.7.2016)

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