1.000 Euro Schadenersatz für sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

26. Juli 2016, 13:18
29 Postings

Arbeiterkammer Oberösterreich: "Belästiger müssen spüren, dass ihr Verhalten inakzeptabel ist und auch Konsequenzen hat"

Linz/Wien – Eine sexuell belästigte Angestellte aus Linz hat nach einem Vergleich 1.000 Euro Schadenersatz von ihrem ehemaligen Vorgesetzten erhalten. Der Unternehmer war auf einer Dienstreise gegenüber seiner Mitarbeiterin sexuell aufdringlich geworden. Obwohl die Frau ihm unmissverständlich klarmachte, dass sie das nicht wolle, musste sie auch bei der Heimreise immer wieder anzügliche Bemerkungen über sich ergehen lassen, heißt es in einer Presseaussendung der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ).

In der Folge erwirkte die Frau eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsverhältnisses und wandte sich an das AK-Frauenbüro. Dieses forderte Schadenersatz und erwirkte in einem Vergleich die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahlung von 1.000 Euro.

Gleichbehandlungsgesetz sieht Schadenersatz vor

Laut Gleichbehandlungsgesetz war das Verhalten des Unternehmers eindeutig eine sexuelle Belästigung. Diese liegt laut Gesetzestext vor, wenn "ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten gesetzt wird, das die Würde einer Person beeinträchtigt, für die betroffene Person unerwünscht, unangebracht oder anstößig ist und eine einschüchternde, feindselige oder demütigende Arbeitsumwelt für die betroffene Person schafft". Und das Gesetz sieht für solche Fälle auch einen Schadenersatz vor, den die Frau mit Unterstützung der AK OÖ einforderte.

Kalliauer: "Wichtiges Signal"

Laut AK ist der Schadenersatz als Signal wichtig, die Einschüchterung und Erniedrigung, die die Frau durch den Übergriff ihres Chefs erfahren habe, könne er aber nicht wiedergutmachen. "Belästiger müssen spüren, dass ihr Verhalten inakzeptabel ist und auch Konsequenzen hat", sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Jährlich wenden sich etwa 500 Frauen in Oberösterreich wegen sexueller Belästigung an das AK-Frauenbüro, das betroffenen Frauen kostenlosen Rechtsschutz und Vertretung vor Gericht bietet. Der Großteil der Verfahren endet mit einem Vergleich. (red, 26.7.2016)

Share if you care.