Lugar: Team Stronach nicht mehr wählbar

26. Juli 2016, 11:46
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Nach dem ORF-"Sommergespräch" erklärt Klubchef Lugar, dass er die Partei nicht mehr in den wählbaren Bereich bringen kann

Wien – Team-Stronach-Klubchef Robert Lugar bezeichnet die mit Parteigründer Frank Stronach getroffene Vereinbarung, die Partei wieder in den wählbaren Bereich zu bringen, als "obsolet". Diese sei "einseitig aufgelöst" worden, da Stronach selbst angekündigt habe, dass das Team Stronach nicht mehr kandidieren werde, sagte Lugar am Dienstag.

Stronach war am Montag Gast im ORF-Sommergespräch und erklärte dort, er bereue seinen Einstieg in die Politik nicht. Er kündigte aber erneut an, sich spätestens bei der nächsten Nationalratswahl zurückzuziehen. Auch der Name "Stronach" soll nicht mehr vorkommen.

Team Stronach kandidiert nicht mehr

Lugar räumte am Dienstag ein, dass er mit dem Parteiobmann eine Vereinbarung getroffen und den Auftrag bekommen habe, die Partei bis August wieder in die wählbare Zone zu bringen. Dazu sieht er sich nun nicht mehr verpflichtet: "Das ist hinfällig. Das Team Stronach kann man nicht mehr in die wählbare Zone bringen, weil er sagte, das Team Stronach kandidiert nicht mehr."

Die Vereinbarung habe der Parteigründer somit "einseitig aufgelöst", so Lugar. Er selbst sei mit Stronach noch in Kontakt und habe vor dessen Fernsehauftritt mit ihm telefoniert. Und Stronach sehe das auch genauso, gab Lugar auf Nachfrage an: "Eine Partei, die nicht mehr antritt, kann nicht in die wählbare Zone zurückkehren."

Weitere Vorgangsweise offen

Für den Parlamentsklub brauche es nun eine Perspektive, man wolle auf alle Fälle weitermachen, sagt Lugar. Er will mit den verbliebenen Mandataren die weitere Vorgangsweise besprechen: "Weil wir glauben, dass unsere Politik gebraucht wird." Entscheiden werden darüber die Wähler bei der nächsten Nationalratswahl, so Lugar, der versuchen will, die neue Gruppe wieder wählbar zu machen. In der jüngsten Umfrage etwa für das "Profil" Mitte Juli blieb das Team Stronach allerdings unter der Wahrnehmungsgrenze.

Verärgert zeigte sich der Klubchef in einer Aussendung über die Analyse nach dem Sommergespräch in der "ZiB 2". Diese Analyse durch Politikwissenschafter Peter Filzmaier sei ein "Tiefpunkt" gewesen: "Einen Parteigründer und Wirtschaftskapitän derart zu beschimpfen – und zwar ungestraft –, das darf nicht sein." Filzmaier hatte unter anderem gemeint, die Kürzestanalyse mancher Zuschauer über Stronach sei vielleicht: "Er ist plemplem."

626.000 sahen zu

626.000 Zuschauer hat das Sommergespräch mit Stronach im ORF erreicht, der Marktanteil betrug 24 Prozent, teilte der ORF am Dienstag mit. Stronach blieb damit deutlich hinter seiner Quotenbilanz von 2015, als er 827.000 Zuschauer angezogen und für 34 Prozent Marktanteil gesorgt hatte. (APA, 26.7.2016)

  • Robert Lugar (links) will weitermachen – aber das Team von Frank Stronach wird nicht mehr wählbar.
    foto: reuters / bader

    Robert Lugar (links) will weitermachen – aber das Team von Frank Stronach wird nicht mehr wählbar.

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