Kindermörder Silvio S. in Potsdam zu Höchststrafe verurteilt

26. Juli 2016, 11:21
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Richter sprach von "zwei unbegreiflichen Straftaten"

Potsdam – Für die Morde an den kleinen Buben Elias und Mohamed ist Silvio S. zur Höchststrafe verurteilt worden. Das Landgericht Potsdam verhängte am Dienstag lebenslange Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Der Vorsitzende Richter sprach von "zwei unbegreiflichen Straftaten".

Der Wachmann hatte den sechsjährigen Elias laut Urteil im Juli 2015 im Wohnblock seiner Familie in Potsdam entführt. Den vierjährigen Mohamed habe der 33-Jährige vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales im Oktober 2015 angesprochen und mitgenommen.

Auf Video von Mutter erkannt

Der 33-Jährige war Ende Oktober festgenommen worden. Die Mutter des Angeklagten hatte ihren Sohn auf Bildern von einer Überwachungskamera erkannt.

"Sie haben zwei Kinder entführt, ihrer Freiheit beraubt, sexuell missbraucht und nach unserer Erkenntnis vorsätzlich in der Absicht getötet, die vorausgegangenen Straftaten zu verdecken", sagte der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter am Dienstag zur Begründung. Bei der Urteilsverkündung waren sowohl Elias' Mutter und ihr Lebensgefährte als auch die Mutter und eine ältere Schwester Mohameds anwesend.

S. war angeklagt, im vergangenen Jahr den damals sechsjährigen Elias aus Potsdam und den vierjährigen Mohamed aus Bosnien entführt, sexuell missbraucht und ermordet zu haben. Staatsanwalt Peter Petersen hatte eine lebenslängliche Haftstrafe, anschließende Sicherungsverwahrung und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Die Verteidiger Mathias Noll und Uwe Springborn beantragten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen des Missbrauchs und der Tötung Mohameds. (APA, 26.7.2016)

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