Raiffeisen Zentralbank verkauft Großteil ihrer Uniqa-Beteiligung

25. Juli 2016, 20:01
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Bank macht Kapital frei

Wien – Banken- und Versicherungsbeteiligungen sind in Bewegung. Am Montag fiel im Aufsichtsrat der Raiffeisen Zentralbank (RZB) der Grundsatzbeschluss, sich von 17,64 Prozent der Aktien an der börsennotierten Wiener Uniqa Insurance Group zu trennen. Aufgreifen wird das Paket die Uniqa Privatstiftung. Bisher hält die RZB 26,28 Prozent an der Uniqa, in Summe sind ihr über diverse Beteiligungsstränge 31,40 Prozent zuzurechnen.

Künftig ist die Bank nur mehr mit 8,64 Prozent an der Versicherung beteiligt. Die Raiffeisen Zentralbank schaufelt mit dem Teilausstieg Kapital frei. Seit heute liegt auch ein grundsätzlicher Aufsichtsratsbeschluss für dieses Vorhaben vor. Der Deal zwischen den beiden Uniqa-Kernaktionären soll noch 2016 abgeschlossen werden.

Strukturen straffen

Mit dem Fusionsplan zwischen RZB und Raiffeisen Bank International (RBI) habe dies nichts zu tun, sagte eine RZB-Sprecherin am Abend. Die Strukturen zu straffen und zu vereinfachen sei schon lange Ziel der Gruppe. Und es wird auf die strengeren regulatorischen Kapitalvorgaben verwiesen.

Um welchen Preis die Versicherungsaktien innerhalb des Kernaktionärssyndikats die Besitzer wechseln, wurde nicht gesagt. Die RZB hat am Montag aber ein paar Effekte auf die eigene Bilanz herausgerechnet. Auf die Kapitalquoten wirkt der Teilverkauf stärkend. Dividendenflüsse von der Uniqa zur RZB werden aber deutlich weniger.

Die Kernkapitalquote der RZB wird damit um 0,60 bzw. 0,40 Prozentpunkte höher als jetzt. In der Erfolgsrechnung (IFRS-Konzernbilanz) 2016 der RZB ist indes mit einem negativen Effekt in Höhe von rund 130 Millionen Euro zu rechnen, teilte die Bank mit.

Auf ihre Uniqa-Beteiligung hatte die RZB etwa für das Jahr 2015 eine Dividende von 40,7 Millionen Euro erhalten, im Jahr davor waren es 34 Millionen Euro gewesen.

Vertriebskooperationen bleiben

An der Vertriebskooperation von Bank und Versicherung im In- und Ausland werde sich nichts ändern, sagte RZB-Chef Walter Rothensteiner in einer Aussendung. Der Vertrag zwischen Versicherung und Raiffeisen Österreich wurde erst kürzlich bis 2022 verlängert. Und die Uniqa bleibe auch nach dem Teilverkauf ein wichtiger Teil des Bankkonzerns. Der Deal braucht auch noch die Zustimmung von Behörden und die Billigung der Übernahmekommission.

Konkret geht es, wie die Uniqa am Abend schrieb, um jene 54.494.195 Aktien der Uniqa Group, die die RZB aktuell indirekt (durchgerechnet) über die BL Syndikat Beteiligungs Gesellschaft m.b.H. ("BL GmbH") hält.

Stimmrechtsanteil steigt

Danach würde der der Uniqa-Stiftung zurechenbare Stimmrechtsanteil von 30,58 Prozent (durchgerechneter Anteil aufgrund einer 3,46 Prozent Beteiligung an BL GmbH: 31,36 Prozent) auf 49 Prozent steigen. Die Uniqa Privatstiftung und die Collegialität Versicherungsverein Privatstiftung werden dann künftig gemeinsam direkt und indirekt rund 51,39 Prozent halten.

Der der RZB zurechenbare Stimmrechtsanteil an der Uniqa sinkt dann von 31,40 Prozent (durchgerechneter Anteil aufgrund 77,48 Prozent Beteiligung an BL GmbH: 26,28 Prozent) auf 8,64 Prozent ab. Die RZB soll weiterhin im Kernaktionärssyndikat bleiben, hieß es. An den Kontrollverhältnissen soll sich nichts ändern.

Zu den finanziellen Modalitäten wurden am Montagabend keine Angaben gemacht. Geld hat die Uniqa Privatstiftung erst kürzlich wieder hereinbekommen, als sie im Juni ein 4-prozentiges Aktienpaket von Erste-Group-Titeln im Wert von 391 Millionen Euro verkauft hat. (APA, 25.7.2016)

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