Touristiker in Wien stellen sich auf härtere Zeiten ein

25. Juli 2016, 16:05
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Mehr Direktflüge sollen angesichts steigender Unsicherheit Gäste künftig noch bequemer in die Bundeshauptstadt bringen

Wien – Im ersten Halbjahr 2016 war die Welt für Wiens Touristiker noch (halbwegs) in Ordnung. Mit 6,6 Millionen Nächtigungen wurde nicht nur ein neues Rekordergebnis erzielt; auch die Auslastung der Hotelzimmer ist von 66 auf 67 Prozent gestiegen – eine Folge der um 430 auf 63.400 geschrumpften Bettenzahl. Nun stellen sich die Tourismusverantwortlichen in Wien aber auf zunehmend härtere Zeiten ein.

"Von Jänner bis Juni hatten wir über alle Kategorien hinweg ein Nächtigungsplus von 4,9 Prozent. Bis Jahresende wird das nicht zu halten sein", sagte Norbert Kettner, Geschäftsführer von Wien Tourismus, am Montag. "Europa wird international nicht mehr als Kontinent gesehen, wo alles klaglos funktioniert, auch wenn Wien weiterhin als eine der sichersten Städte der Welt gilt." Das Ziel von 18 Millionen Nächtigungen im Jahr 2020 bleibt aber aufrecht. Zum Vergleich: 2015 nächtigten 14,3 Millionen Gäste in Wien.

20 neue Direktverbindungen bis 2020

Damit diese in Zukunft noch einfacher und bequemer in die Bundeshauptstadt kommen, macht sich Kettner gemeinsam mit dem Flughafen Wien für weitere Direktverbindungen stark. Von den 20 angepeilten zusätzlichen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen bis 2020 habe man elf bereits realisiert, darunter ab September auch die Direktverbindung Wien–Hongkong (mit den Austrian Airlines).

China ist stark im Kommen und hat im ersten Halbjahr Japan als zweitwichtigsten Überseemarkt (nach USA) abgelöst. "Wir gehen davon aus, dass sich China nachhaltig unter den Top Ten halten wird", sagte der Geschäftsführer von Wien Tourismus. Auf Kettners Wunschliste neuer Direktverbindungen stehen unter anderem die US-Westküste, Indien, insbesondere aber Tokio. Die AUA wird, wie berichtet, ihre Tokio-Flüge ab 4. September einstellen. Ersatz für den Ausfall gibt es bis dato nicht.

Deutschland bleibt wichtigster Quellmarkt

Unter den Herkunftsländern der Wien-Touristen liegt Deutschland unangefochten an der Spitze, gefolgt von Gästen aus anderen Bundesländern, USA und Italien. Überdurchschnittlich gefragt waren im Berichtszeitraum Fünf- (plus 6,5 Prozent) sowie Ein- und Zweisternehotels (plus 17,7 Prozent), während Drei- und Viersternehotels nur ein leichtes Nächtigungsplus aufweisen konnten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer über alle Kategorien hinweg liegt bei 2,2 Tagen. (Günther Strobl, 25.7.2016)

  • Lipizzaner beim Ausritt im Burggarten: Für viele Wien-Touristen zählt ein Besuch in der Hofreitschule zu den Pflichtterminen.
    foto: apa/hochmuth

    Lipizzaner beim Ausritt im Burggarten: Für viele Wien-Touristen zählt ein Besuch in der Hofreitschule zu den Pflichtterminen.

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