Philippinen: Präsident ruft Rebellen zum Einlenken auf

25. Juli 2016, 13:32
20 Postings

Erste Rede von Rodrigo Duterte im Parlament

Manila – Der neue philippinische Präsident Rodrigo Duterte will sich mit den seit Jahrzehnten die Regierung bekämpfenden kommunistischen Rebellen aussöhnen. In seiner ersten Rede im Parlament kündigte er am Montag einen Waffenstillstand an und rief die Rebellen auf, die Waffen niederzulegen.

"Selbst wenn wir einander noch nicht richtig mögen, sollten wir uns in Gottes Namen doch wenigstens nicht mehr so sehr hassen", sagte Duterte, der das überwiegend katholische Land mit rund 100 Millionen Einwohnern seit Ende Juni führt.

Der 71-jährige Populist war mit großer Mehrheit gewählt worden. Er versprach mit derben Sprüchen einen rigorosen Kampf gegen Kriminelle, Drogenhändler und Korruption. Seine Methoden sind umstritten. Duterte war in Davao im Süden des Landes mit kurzer Unterbrechung fast 30 Jahre Bürgermeister. Menschenrechtler werfen ihm vor, Todesschwadronen geduldet zu haben, die mehr als 1.400 Kleinkriminelle umgebracht haben. Niemand wurde je zur Rechenschaft gezogen.

Bei den Kämpfen mit den kommunistischen Rebellen sollen seit Ende der 1960er-Jahre mehr als 40.000 Menschen getötet worden sein. Die Zahl der Rebellen wird auf einige tausend geschätzt. Gleichzeitig kämpfen muslimische Extremisten im Süden des Landes um Autonomie. (APA, 25.7.2016)

  • Artikelbild
    foto: afp photo / ted aljibe
Share if you care.